Stand 30. Juli 2026 · nach Amazons Titel-Umstellung vom 27. Juli

Was Amazon wirklich bewertet.

Die meisten Listing-Ratgeber schreiben voneinander ab, und die Hälfte der Zahlen darin ist Jahre alt. Diese Seite geht andersherum vor: Jede Aussage trägt ihre Quelle und eine Belegstufe. Was die Gegenprüfung nicht überstanden hat, steht am Ende in einer eigenen Liste.

0
Kapitel, nach Wirkung sortiert
0
belegte Grenzwerte zum Nachschlagen
0
verbreitete Irrtümer, richtiggestellt
0
Behauptungen, die wir bewusst weglassen

Vier Stempel, damit du uns nicht glauben musst

Amazon veröffentlicht keine Ranking-Dokumentation. Wer trotzdem Prozentzahlen für einzelne Faktoren nennt, hat sie geschätzt. An jeder Aussage auf dieser Seite steht deshalb, woher sie kommt.

Amazon

Steht so in Amazons eigener Dokumentation: Seller Central, Style Guides, offizielle Beiträge. Darauf kannst du dich berufen.

Gesetz

Ergibt sich aus deutschem oder europäischem Recht, nicht aus Amazons Regeln. Amazon prüft das nicht, Mitbewerber schon.

Studie

Aus einer benannten Untersuchung, meist von einem Werkzeug-Anbieter. Brauchbar, aber nie neutral: Wer misst, verkauft in der Regel etwas dazu.

Praxis

Breiter Praktiker-Konsens ohne harten Einzelbeleg. Meistens richtig, aber nichts, worauf du einen Widerspruch stützen solltest.

Und eine fünfte Kennzeichnung, umstritten: Da widersprechen sich die Quellen. Wir schreiben dann beide Seiten hin, statt uns eine auszusuchen.

1. 75 Zeichen im 2. Text bringt dich 3. Leeres Attribut 4. Backend-Suchbegriffe 5. Fünf Bulletpoints 6. Auf dem Hauptbild 7. Wenn der Kaufknopf 8. Warum du Bewertungen 9. A+ Content überdeckt 10. Pflichtangaben 11. Der Wochen-Rundgang Mythen Grenzwerte Weggelassen
1

75 Zeichen im Titel, sonst schreibt Amazon ihn selbst

Seit dem 27.07.2026 gilt für Produkttitel eine Grenze von 75 Zeichen. Wer nicht selbst kürzt, kann einen Titel von Amazons KI bekommen und dabei das Keyword verlieren, das bisher das Ranking trug.

Warum Amazon das interessiert

Der Titel ist das Feld, das Amazon überall weiterverwendet: in den Suchergebnissen, in Anzeigen und in Bestellbestätigungen. Amazon hat den Platz dafür von 200 auf 75 Zeichen gekürzt und gleichzeitig ein neues Feld mit 125 Zeichen eingeführt. Titelarbeit ist damit eine Entscheidung über Prioritäten: Welche zwei bis drei Suchbegriffe müssen unbedingt drinstehen. Wer nichts tut, dessen Titel kann nach und nach durch einen KI-Vorschlag ersetzt werden. Markeninhaber sehen den Vorschlag vorher. Alle anderen merken es womöglich erst, wenn das Ranking wegbricht.

Titel-Rechner: 75 Zeichen sichtbar, 125 Zeichen daneben

Tipp den eigenen Titel ein. Nichts wird gespeichert oder gesendet.
Zeichen: 0 / 75

Zeichen: 0 / 125

Zusammen sind es wieder 200 Zeichen. Sie sind nur anders aufgeteilt: vorne der Satz, den der Kunde liest, dahinter die Attributliste, die er überfliegt.

Kürze jeden aktiven Titel auf höchstens 75 Zeichen inklusive Leerzeichen. Fang bei den umsatzstärksten ASINs an.

Amazon

Amazon schreibt wörtlich: „Ab dem 27. Juli 2026 dürfen Titel in allen Kategorien mit Ausnahme von Medien einschließlich Leerzeichen höchstens 75 Zeichen umfassen." Die Ankündigung steht im deutschen Seller-Central-Forum und ist ohne Login lesbar, du kannst sie also selbst nachprüfen. Onlinehändler News vom Händlerbund berichtet dasselbe für die europäischen Marktplätze, also auch für amazon.de.

So besser nicht
Premium Baumwoll-Handtuch Set 4-teilig Handtücher Badetücher 100% Baumwolle 500 g/m² flauschig saugstark schnelltrocknend für Bad Sauna Fitness Hotel Qualität Oeko-Tex zertifiziert weiß grau anthrazit (200 Zeichen)
So
KURT HOME Handtuch-Set 4-teilig, Baumwolle 500 g/m², weiß (57 Zeichen)

Schreibe den Titel neu, statt ihn abzuschneiden.

Praxis

In alten Titeln steht hinten meist das Besondere: die unterscheidenden Merkmale und die Nischen-Keywords. Vorne stehen Marke und generischer Produkttyp. Wer mechanisch bei Zeichen 75 abschneidet, behält also genau den austauschbaren Teil und verliert das Kaufargument.

So besser nicht
Premium Baumwoll-Handtuch Set 4-teilig Handtücher Badetücher 100% Baumwolle
So
KURT HOME Handtuch-Set 4-teilig, 500 g/m² Baumwolle, Oeko-Tex, anthrazit

Fülle das neue Feld Artikel-Highlights mit bis zu 125 Zeichen: als kommagetrennte Attributliste, nicht als Werbesatz.

Amazon

Amazon schreibt: „Artikel-Highlights bietet zusätzliche 125 Zeichen, um Materialien oder empfohlene Verwendungszwecke anzugeben." Der Text erscheint unter dem Titel, in den Suchergebnissen und auf der Detailseite.

So besser nicht
Das beste Handtuch für Ihr Zuhause: jetzt zugreifen und Qualität erleben.
So
100% Baumwolle, 500 g/m², 50x100 cm, 4er-Set, für Bad Sauna Fitnessstudio, waschbar 60 Grad
Quelle: sellercentral.amazon.de · zonguru.com Anzeigeort:

Finde vor dem Kürzen die zwei bis drei Keywords, die wirklich Umsatz bringen, und übernimm sie wortgleich in den neuen Titel.

Praxis

Amazon legt nicht offen, welche deiner Keywords die KI beim Umschreiben erhält. Angenommen, dein Titel rankt bisher auf „Zeltheringe Sandboden", und die KI macht daraus „Heringe für Camping": Dann steht die rankende Zeichenfolge physisch nicht mehr im Feld. Trellis beschreibt genau das als Risiko, weil die Umschreibung aus Amazons eigenem Relevanzmodell schöpft und nicht aus deiner Umsatzsicht.

Wenn du eine Marke hast, aber noch nicht in der Brand Registry bist: registriere sie jetzt.

umstritten

Amazon nennt die Prüffrist von 14 Tagen für KI-Titelvorschläge ausdrücklich für Markeninhaber: „Markeninhaber [haben] vor der Umsetzung 14 Tage Zeit". Ob Verkäufer ohne Brand Registry dieselbe Frist bekommen, hat Amazon nicht gesagt. Trellis wertet dieses Schweigen als Nein, andere Quellen berichten die Frist ohne Einschränkung. Die Deutung eines Schweigens ist kein Beleg. Verlass dich ohne Registry auf keine Frist.

Quelle: sellercentral.amazon.de · gotrellis.com Einordnung:

Schreibe Umlaute im Titel ganz normal aus: ä, ö und ü statt ae, oe und ue.

Praxis

Amazon formuliert „75 Zeichen einschließlich Leerzeichen". Das ist eine Zeichenzählung, keine Byte-Zählung. Ein ä zählt im Titel genauso als ein Zeichen wie ein a. Wer aus alter Backend-Gewohnheit „Kuechenmaschine" in den Titel schreibt, verschenkt Platz, ohne dafür etwas zu gewinnen.

So besser nicht
KURT HOME Kuechenmaschine 1200 W, Ruehrschuessel 5 l, weiss
So
KURT HOME Küchenmaschine 1200 W, Rührschüssel 5 l, weiß

Verwende kein Wort mehr als zweimal im Titel. Streiche die Sonderzeichen ! $ ? _ { } ^ ¬ und ¦.

Amazon

Amazons Titel-Policy von Januar 2025 lautet wörtlich: „Titles may not contain the same word more than twice. Prepositions, articles, and conjunctions are exceptions" und „The special characters !, $, ?, _, {, }, ^, ¬, and ¦ are not allowed, unless they are part of the brand name." Zwei Zeichen davon werden oft verwechselt: Verboten sind ¬ und ¦. Der senkrechte Strich | und der Bindestrich stehen nicht auf dieser Liste. Bei 75 Zeichen nimmt dir jede überflüssige Wiederholung Platz weg, den du für ein Keyword brauchst.

Nimm auch Parent-ASINs und Bundles in dein Titel-Audit auf.

Praxis

Zwei unabhängige Fachquellen berichten, dass das 75-Zeichen-Limit für jedes Parent-ASIN und jedes Child-ASIN einzeln gilt und dass Bundles nicht ausgenommen sind. Viele Händler kürzen nur die Titel der Varianten. Der zu lange Parent-Titel wird dann von Amazon umgeschrieben, und der Schaden trifft die ganze Variantenfamilie.

Prüfe nach jeder KI-Änderung, ob Menge, Maße und Material im Titel noch zur echten Produktspezifikation passen.

Praxis

Zentail zitiert Amazon mit der Aussage, dass Verkäufer für ihre Angebote verantwortlich bleiben, auch für KI-generierte Titel. Das Originalzitat steht in einem Forenbeitrag, den wir nicht vollständig verifizieren konnten. Die Konsequenz ist unabhängig davon klar: Steht im automatisch erzeugten Titel eine falsche Maßangabe, steht sie unter deinem Namen im Angebot.

Quelle: zentail.com
2

Text bringt dich in die Auswahl, das Verhalten der Käufer wirkt auf die Reihenfolge

Dein Text entscheidet, ob dein Produkt für eine Suchanfrage überhaupt in die Auswahl kommt. Auf die Reihenfolge danach wirkt vor allem, wie Kunden auf dein Angebot reagieren. Wie stark, dokumentiert Amazon nicht.

Warum Amazon das interessiert

Amazon veröffentlicht keine Dokumentation zu seinen Such-Algorithmen. Belegbar sind die Felder und ihre Regeln, nicht ihre Gewichtung. Belegbar ist auch, dass die Suche nicht in einem Schritt läuft: Zuerst wird aus dem Katalog eine Auswahl passender Produkte gebildet, danach wird diese Auswahl sortiert. Auf die erste Stufe wirkt dein Text. Auf die zweite wirkt vor allem, wie Kunden auf dein Angebot reagieren. Wie stark, steht nirgends. Wer diese Trennung nicht kennt, feilt am Text und wundert sich, dass sich am Ranking nichts bewegt. Oder er arbeitet an der Conversion für Suchbegriffe, für die er gar nicht im Index steht. Halte deshalb diese Reihenfolge ein: zuerst die Indexierung sichern (eine Ja/Nein-Frage, die weitgehend in deiner Kontrolle liegt), danach Bild, Preis und Bewertungen.

Zwei Stufen, zwei völlig verschiedene Hebel

Bewusst ohne Zahlen: Amazon veröffentlicht keine.
Alle
Produkte im Katalog deiner Kategorie
Stufe 1 · Abruf
Steht das Wort irgendwo in deinen Katalogdaten?
Einige
Kandidaten, die für diese Suchanfrage überhaupt in Frage kommen
Stufe 2 · Sortierung
Klicks, Käufe, Preis, Verfügbarkeit
1 · 2 · 3
Die Reihenfolge, die der Kunde sieht
Was dich in Stufe 1 bringt
  • Titel und Artikel-Highlights
  • Bulletpoints
  • Backend-Suchbegriffe
  • Attribute und Kategoriezuordnung
Was dich in Stufe 2 nach oben bringt
  • Wie viele Kunden dein Ergebnis anklicken
  • Wie viele davon kaufen
  • Preis im Vergleich zum Umfeld
  • Ob du lieferfähig bist

Daraus folgt die unbequeme Wahrheit dieser Seite: Textarbeit entscheidet, ob du mitspielst. Auf welchem Platz du landest, entscheiden deine Kunden. Wer nur am Text schraubt und sich über stehende Platzierungen wundert, arbeitet an der falschen Stufe.

Behandle jede Prozentzahl zur Gewichtung von Ranking-Faktoren als Schätzung.

Praxis

Eine Community-Managerin von Amazon hat im offiziellen Seller-Forum geschrieben: 'Amazon does not disclose information or release official documentation around search/discovery algorithms.' Das ist ein Forenbeitrag, keine Hilfeseite. Es bleibt trotzdem die klarste öffentlich nachlesbare Aussage dazu. Wer also eine Zahl wie 30 Prozent für die Conversion Rate nennt, hat sie nicht aus einer Amazon-Veröffentlichung.

So besser nicht
Die Conversion Rate macht 30 Prozent des Rankings aus.
So
Zur Conversion Rate kursiert die Zahl 30 Prozent. Sie stammt nicht von Amazon, also behandle sie als Schätzung.
Quelle: sellercentral.amazon.com öffentlich abrufbar, geprüft am 30.07.2026). Nur KONSENS, weil es ein Forenbeitrag ist und keine Amazon-Hilfeseite.

Benutze die Begriffe A9 und A10 nicht als Beleg.

Praxis

A9.com war eine Tochtergesellschaft von Amazon, die an Suchtechnologie gearbeitet hat. Für einen Algorithmus namens 'A10' gibt es dagegen keine Amazon-Quelle, der Name taucht nur in Beiträgen von Dienstleistern auf. Dazu kommt: Amazon beschreibt die eigene Produktsuche in Fachveröffentlichungen als Zusammenspiel mehrerer Verfahren für Matching und Ranking, nicht als einen einzelnen versionierten Algorithmus. Wer 'A10 bevorzugt X' schreibt, beruft sich auf einen Namen, hinter dem keine Quelle steht.

So besser nicht
Der A10-Algorithmus gewichtet externen Traffic stärker als A9.
So
Es gibt keine Amazon-Quelle zu einem 'A10'. Wenn du eine Beobachtung hast, nenn sie Beobachtung und nicht Algorithmus.
Quelle: press.aboutamazon.com Amazon-Pressemitteilung zu A9.com, 2004: · amazon.science Sorokina und Cantú-Paz, 'Amazon Search: The Joy of Ranking Products', SIGIR 2016: (Stand 2016, keine Aussage über den heutigen Aufbau

Zieh vorab alle Felder zu einer Wortliste zusammen und prüfe, ob jeder Begriff, den ein Kunde tippen könnte, mindestens einmal vorkommt.

Praxis

Amazons Suchglossar sagt, die Amazon-Suche könne keinen Teilabgleich durchführen. Ein Begriff muss also als ganzes Wort irgendwo in deinen Katalogdaten stehen, ein Wortbestandteil reicht nicht. Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens erkennt Amazon Wortformen selbst: Nach Amazons eigener Anleitung reicht Singular oder Plural, du brauchst nicht beides. Zweitens erkennt Amazon Synonyme nicht automatisch, die sollst du laut Amazon ausdrücklich selbst eintragen. Wie weit die Suche darüber hinaus semantisch zuordnet, ist nicht öffentlich dokumentiert. Die praktische Frage lautet deshalb nicht, wie oft dein Hauptkeyword drinsteht, sondern welcher Begriff dir noch irgendwo fehlt.

So besser nicht
In Titel, Bullets und Suchbegriffen steht nur 'Handtuch XXL'. Für die Suche 'handtuch xxl baumwolle' hast du schlechte Karten, weil das Wort Baumwolle nirgends steht.
So
'Baumwolle' steht mindestens einmal in deinen Katalogdaten, zum Beispiel in den Item Highlights. Ob du 'Handtuch' oder 'Handtücher' schreibst, ist dabei egal, beide Formen erkennt Amazon.
Quelle: Amazon Seller Central Hilfe, Glossar für die Amazon-Suche (G-ID GF6B8ZPNY2AP72VV). Nur mit Verkäuferkonto einsehbar, deshalb hier KONSENS statt AMAZON: Ohne Konto kannst du die Fundstelle nicht nachprüfen.

Wiederhole ein Keyword nicht über mehrere Felder hinweg, um es zu 'verstärken'.

Amazon

Amazon schreibt auf seiner öffentlichen Verkäuferseite: Wenn du eine Wortkombination einmal benutzt hast, brauchst du sie in der Regel kein zweites Mal, arbeite lieber mit Varianten. Für die Suchbegriffe im Backend empfiehlt Amazon, sie als Überlauf für Begriffe zu nutzen, für die vorne kein Platz mehr war, und redundante Einträge zu vermeiden. Ein Dichte-Multiplikator wie im klassischen Web-SEO ist nirgends belegt. Wiederholung bringt keine zusätzliche Abdeckung, sie verbraucht nur Platz, der dir für ein Synonym fehlt.

So besser nicht
Titel: 'Handtuch XXL Baumwolle'. Bullet: 'Handtuch XXL aus Baumwolle'. Suchbegriffe: 'handtuch xxl baumwolle'. Dreimal dieselben Wörter.
So
Titel: 'Handtuch XXL Baumwolle'. In den Suchbegriffen stehen dann Synonyme wie 'badetuch' und 'saunatuch', nicht noch einmal 'handtuch'.
Quelle: sell.amazon.com Amazons eigene Verkäuferseite, ohne Login abrufbar, geprüft am 30.07.2026). Ergänzend die Seller-Central-Hilfe zu Suchbegriffen (G23501), die aber ein Verkäuferkonto voraussetzt und den Punkt hier nicht allein trägt.

Prüfe deine 10 bis 20 wichtigsten Keywords per ASIN-Test: ASIN und Keyword gemeinsam in die Amazon-Suchleiste eingeben.

Praxis

Die ASIN ist selbst ein indexierter Begriff und schränkt die Ergebnisse auf dein eines Produkt ein. Kommt ein Keyword dazu, erscheint dein Produkt nur, wenn es für beide Begriffe im Index steht. So misst du reine Indexierung, ohne gegen Wettbewerber anzutreten. Einschränkung: Der Test sagt dir nicht, in welchem Feld das Wort steht, und er ist bei sehr generischen Einzelwörtern sowie bei deutschen Komposita unzuverlässig. Amazon beschreibt den Test nirgends, er ist Praktiker-Wissen.

So besser nicht
'badetuch xxl' allein eingeben und in den Treffern nach dem eigenen Produkt suchen. Das zeigt nur, wer besser rankt.
So
B012345678 badetuch xxl
Quelle: Praktiker-Konsens, kein Einzelbeleg · verbreitete Methode

Wenn du Brand Registry hast, nutze den Bericht 'Search Query Performance' als primäre Keyword- und Diagnosequelle.

Amazon

Der Bericht zeigt dir je Suchanfrage Impressionen, Klicks, Hinzufügungen zum Warenkorb und Käufe, jeweils auch als deinen Anteil am Gesamtgeschehen. Das grenzt die Diagnose ein, ohne sie zu beweisen. Keine Impressionen kann ein Indexierungsproblem sein, kann aber auch heißen, dass deine Position so schlecht ist, dass dich niemand zu Gesicht bekommt. Impressionen ohne Klicks deuten auf Titel, Hauptbild oder Preis. Klicks ohne Käufe deuten auf das Angebot und die Detailseite. Zu deiner Position innerhalb der Suchergebnisse sagt der Bericht selbst nichts.

So besser nicht
Keine Impressionen für 'badetuch xxl', also bin ich nicht indexiert. Punkt.
So
Keine Impressionen für 'badetuch xxl'. Erst mit dem ASIN-Test prüfen, ob es an der Indexierung liegt oder an der Position.
Quelle: developer-docs.amazon die Endung .amazon ist kein Tippfehler, Amazon betreibt diese Top-Level-Domain selbst · amalytix.com developer-docs.amazon.com leitet per 301 dorthin weiter, geprüft am 30.07.2026). Einordnung:

Kalkuliere ein, dass ein Teil der Fläche auf Seite 1 gar nicht organisch erreichbar ist.

umstritten

Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hat Amazon am 26. September 2023 gemeinsam mit 17 Bundesstaaten verklagt. Sie wirft Amazon darin vor, immer mehr schlecht passende Werbeanzeigen in die Suchergebnisse gegeben zu haben, um Werbeerlöse zu steigern. Die Einzelheiten dazu wurden im November 2023 mit einer weniger geschwärzten Fassung der Klageschrift öffentlich. Amazon widerspricht. Es sind Vorwürfe, keine gerichtlich festgestellten Tatsachen, und sie betreffen den US-Markt. Unabhängig davon gilt: Wie viel Werbung auf Seite 1 steht, ist eine geschäftspolitische Entscheidung Amazons und keine algorithmische Konstante. Miss deinen Erfolg deshalb an der Position innerhalb der organischen Ergebnisse, nicht am Platz auf dem Bildschirm.

So besser nicht
Ich stehe auf Seite 1 an Position 8, also bin ich achtbester organischer Treffer.
So
Zähl die Werbeplätze heraus und miss deine Position innerhalb der organischen Treffer.
Quelle: ftc.gov FTC und 17 Bundesstaaten gegen Amazon.com Inc., W.D. Wash., Az. 2:23-cv-01495, eingereicht am 26.09.2023. Pressemitteilung der FTC:
3

Leeres Attribut, leere Kategorie: Amazon filtert dich raus

Ein fehlendes Attribut kann dich bei gefilterten Suchanfragen ganz aus der Ergebnisliste nehmen, nicht nur ein paar Plaetze nach hinten. Dann nuetzt dir auch das passende Wort im Titel nichts.

Warum Amazon das interessiert

Manche Suchanfragen bei Amazon sind eingeschraenkt. Das gaengige Beispiel ist "rote Kleider": Die Anfrage liefert Ergebnisse, die zum Browse Node "Kleider" und zur Verfeinerung "Rot" passen. Ist dein Farbattribut leer oder steht dort ein Fantasiewert, nuetzt dir das Wort "rot" im Titel wenig. Du bist dann ausgefiltert, nicht schlecht platziert. Attributpflege ist deshalb kein reines Formularausfuellen. Sie ist Sichtbarkeitsarbeit, und sie kostet dich nur Zeit. Ein Hinweis vorweg, damit du die Belegstufen richtig liest: Fast alle Amazon-Belege zu diesem Thema stehen in der Verkaeuferhilfe hinter dem Login. Als Verkaeufer kannst du sie nachlesen, ein Leser ohne Seller-Konto nicht. Wir stufen solche Punkte deshalb auf KONSENS und nicht auf AMAZON, auch wenn wir den Inhalt fuer richtig halten.

Setz den Haken bei „Rot“ und sieh zu, was passiert

Nachbau einer gefilterten Suchergebnisseite
Farbe
Ungefiltert siehst du alle zwölf Produkte, deins ist dabei.

Wechsle in der Angebotsbearbeitung von der Ansicht "Erforderlich" auf "Empfohlen" und fuelle die Felder aus, die dein Produkt beschreiben.

Praxis

Amazon beschreibt Produktattribute in der Verkaeuferhilfe als Grundlage fuer die Indexierung und fuer die Verfeinerungsoptionen, also die Filter-Kaestchen links neben den Suchergebnissen. Ein Feld, das in deiner Kategorie einen Filter speist, kostet dich Sichtbarkeit, wenn es leer bleibt. Welche Felder das sind, haengt von der Kategorie ab. Die Hilfeseite ist nur nach Login erreichbar, deshalb steht der Punkt auf KONSENS.

Quelle: Amazon Seller Central Hilfe, Leitfaden zu Attributen (G-ID GBWHYLJ7NNQMXBAQ, nur nach Login erreichbar)

Nimm bei Attributen mit Auswahlliste den vorgegebenen Wert, nicht deinen Marketingbegriff.

Praxis

Der Wert aus der Auswahlliste ist das, woran der Filter andockt. "Blau" steht in der Liste, "Mitternachtsblau" in der Regel nicht. Wer nur den Marketingbegriff eintraegt, riskiert, im Farbfilter zu fehlen. Wie das Feld heisst und welche Werte gelten, haengt von der Kategorie ab. Auch dieser Beleg steht nur hinter dem Login.

So besser nicht
Farbe: Mitternachtsblau meliert
So
Farbe: Blau (die Freitextangabe "mitternachtsblau meliert" gehoert in den Titel oder die Artikel-Highlights)
Quelle: Amazon Seller Central Hilfe, Glossar fuer die Amazon Suche, Eintrag "Gueltige Werte" (nur nach Login erreichbar)

Pruef, ob deiner ASIN ueberhaupt ein Browse Node zugewiesen ist.

Praxis

Amazon beschreibt in der Verkaeuferhilfe, dass ASINs ohne zugewiesenen Browse Node von der Amazon-Suche nicht indexiert werden. Ohne Kategoriezuordnung nuetzt dir der beste Text nichts. Wir geben den Inhalt sinngemaess wieder, weil wir dir die Seite nicht oeffentlich verlinken koennen. Sie ist nur nach Login erreichbar.

Quelle: Amazon Seller Central Hilfe, Suchoptimierung (G-ID GNYWHX2TP7C8GXHK, nur nach Login erreichbar) · verwandte Hilfeseite "Mein ASIN ist nicht auffindbar" (itemID HGHDMU4X5K9QGCV, ebenfalls Login)

Schreib hin, wofuer, fuer wen und zu welchem Anlass dein Produkt gedacht ist, nicht nur, was es ist.

Praxis

Amazon hat einen Wissensgraphen namens COSMO oeffentlich beschrieben. Laut Amazon leitet COSMO aus Kundenverhalten Beziehungen ab wie "wird verwendet fuer" oder "ist geeignet fuer", und er ist in Suchanwendungen im Einsatz. Wichtig fuer dich: COSMO zieht diese Beziehungen aus Verhaltensdaten, nicht aus deinem Listing-Text. Einen Beleg dafuer, dass ein Anlass in deinem Text dich dort einsortiert, gibt es nicht. Anlass und Verwendungszweck aufzuschreiben lohnt sich trotzdem, weil Kunden genau so suchen. Das ist der Grund fuer diesen Punkt, nicht COSMO.

So besser nicht
100 % Baumwolle, 500 g/m²
So
100 % Baumwolle, 500 g/m²: fuer Sauna, Schwimmbad und Fitnessstudio, auch als Geschenk fuer Sportler
Quelle: amazon.science geprueft, oeffentlich, 10.05.2024 · amazon.science geprueft, oeffentlich, SIGMOD 2024

Fuelle die strukturierten Attributfelder aus, statt diese Angaben nur in die Bulletpoints zu schreiben.

Praxis

Amazon schreibt oeffentlich, dass sein KI-Einkaufsassistent Antworten aus Produktangaben, Kundenrezensionen und Community-Fragen zieht. In der Verkaeuferhilfe nennt Amazon zusaetzlich vollstaendige Produktattribute als Voraussetzung fuer genaueren Kontext. Ein sauberer Attributwert ist fuer ein Sprachmodell leichter auszuwerten als ein Werbesatz. Zum Namen: Der Assistent hiess Rufus, seit Mai 2026 fasst Amazon Rufus und Alexa+ unter "Alexa for Shopping" zusammen. Der Teil der Begruendung, der nur hinter dem Login steht, ist der Grund fuer die Stufe KONSENS.

So besser nicht
Attributfeld "Material" bleibt leer, im Bulletpoint steht: "Aus 100 % Baumwolle"
So
Attributfeld "Material": Baumwolle, dazu im Bulletpoint: "Aus 100 % Baumwolle"
Quelle: aboutamazon.com geprueft, oeffentlich · Amazon Seller Central Hilfe, Leitfaden zu Attributen (nur nach Login erreichbar)

Priorisiere die Freitextfelder Zielgruppe, Sonstige Attribute und Platin-Suchbegriffe zuletzt.

Praxis

Amazons Attributtabelle fuehrt zwei getrennte Spalten: "Durch Suche indiziert?" und "Von Durchsuchen verwendet?". Zielgruppe (target_audience_keywords) und Sonstige Attribute (thesaurus_attribute_keywords) stehen dort nicht als durch die Suche indexiert. Nicht durch die Suche indexiert heisst aber nicht wirkungslos, sonst gaebe es die zweite Spalte nicht. Deine Zeit ist in den Pflicht- und Filterfeldern aus Punkt 1 besser angelegt. Die Tabelle ist nur nach Login erreichbar.

Quelle: Amazon Seller Central Hilfe, Erklaerung zu Suchbegriffsattributen (G-ID GF2C2L6RCFZGWBXC, nur nach Login erreichbar)

Aendere pro Zyklus nur eine Sache und warte, bevor du misst.

Praxis

Aenderungen am Angebot und an der Kategoriezuordnung wirken nicht sofort. Amazon weist in der Verkaeuferhilfe auf eine Latenz hin. Eine konkrete Frist koennen wir dir nicht oeffentlich belegen, deshalb nennen wir hier keine Stundenzahl. Nimm auch die Zahlen aus Dienstleisterblogs nicht als gesetzt. Wer nach kurzer Zeit nichts sieht und gleich wieder aendert, misst am Ende ein Durcheinander aus mehreren Versionen.

Quelle: Amazon Seller Central Hilfe, Suchoptimierung (nur nach Login erreichbar)
4

Backend-Suchbegriffe: Amazon zählt Bytes, keine Zeichen

Deutsche Umlaute zählen doppelt, Satzzeichen brauchst du nicht, und was schon im Titel steht, gehört hier nicht noch einmal hin.

Warum Amazon das interessiert

Die Backend-Suchbegriffe sind eines der wenigen Felder, das dein Kunde nie sieht und das Amazon trotzdem für die Suche auswertet. Hier gehören Synonyme, Schreibvarianten und Begriffe hin, die im sichtbaren Text stören würden. Für deutsche Händler stecken darin zwei Fallen. Erstens misst Amazon das Limit in Bytes, nicht in Zeichen. Zweitens belegen ä, ö, ü und ß in UTF-8 je zwei Bytes statt einem. Wer mit einem Zeichenzähler plant, plant an der Realität vorbei.

Byte-Zähler für die Backend-Suchbegriffe

Tipp ein „ü“ und sieh die beiden Zähler auseinanderlaufen.

Angenommen, im Titel steht bereits: KURT HOME Handtuch-Set 4-teilig Baumwolle weiß. Wörter aus dem Titel werden unten durchgestrichen, weil sie hier nichts mehr bringen.

Zeichen: 0 Bytes: 0 / 250

Miss deine Suchbegriffe mit einem Byte-Zähler in UTF-8, nicht mit der Zeichenzählung von Word oder Excel.

Praxis

Amazon zählt Bytes, keine Zeichen. Für a bis z und 0 bis 9 gilt ein Zeichen gleich ein Byte. ä, ö, ü und ß belegen in UTF-8 dagegen zwei Bytes. Jeder Umlaut kostet dich also ein Byte extra, ohne dass ein Zeichenzähler das anzeigt. Nachrechnen kannst du das an diesem Beispiel: handtücher badetücher saunatücher frottee sind 41 Zeichen, aber 44 Bytes.

Quelle: sellercentral.amazon.com Beitrag einer Amazon-Mitarbeiterin im öffentlichen Verkäuferforum, Zitat: "Length is limited to 250 bytes. Bytes correspond to 1:1 for alphanumeric characters (for example a-z, A-Z, 0-9)." Die Zwei-Byte-Länge von ä, ö, ü und ß folgt aus dem UTF-8-Standard und ist unabhängig von Amazon nachprüfbar. Die Amazon-Hilfeseite G23501 steht hinter dem Login und ist für dich als Leser nicht überprüfbar, deshalb KONSENS statt AMAZON.

Plane konservativ und bleib mit deinen Suchbegriffen deutlich unter dem Limit.

Praxis

Amazon nennt öffentlich drei verschiedene Zahlen. Im US-Verkäuferforum schreibt eine Amazon-Mitarbeiterin von 250 Bytes. Im europäischen Verkäuferforum schreibt ein Amazon-Mitarbeiter von 249 Bytes. In einer Antwort zum Flatfile-Fehler 97779 schreibt derselbe Mitarbeiter von 200 Bytes. Amazon widerspricht sich hier also selbst. Was bei einer Überschreitung genau passiert, sagt keine dieser Quellen. Wer deutlich darunter bleibt, muss die Frage gar nicht erst klären.

Quelle: sellercentral.amazon.com 250 Bytes: 249 Bytes (europäisches Forum, Cooper_Amazon): https://sellercentral-europe.amazon.com/seller-forums/discussions/t/8e1ad5d2-5d5f-4086-bda3-735505e23bb1 200 Bytes (Fehler 97779, Cooper_Amazon): https://sellercentral.amazon.com/seller-forums/discussions/t/c37e5f13-6743-4260-8451-4b67e44a143a

Trenne die Wörter nur mit Leerzeichen und lass Artikel und Präpositionen weg. Groß- und Kleinschreibung ist egal.

Amazon

Auf Amazons eigener Verkäuferseite steht: "Use all lowercase letters and separate words with spaces only", und weiter, dass du Artikel und Präpositionen weglassen kannst. Diese Seite ist die englischsprachige US-Fassung. Der deutsche Wortlaut, den Verkäufer im Amazon-Forum aus der Hilfe zitieren, sagt dasselbe: "Trennen Sie die Wörter durch Leerzeichen", "Sie können alles klein schreiben" und "Sie müssen keine Satzzeichen wie ';', ':', '-' eintragen". Jedes Satzzeichen, das du weglässt, spart ein Byte.

So besser nicht
Handtuch, Badetuch; Saunatuch, für die Sauna
So
handtuch badetuch saunatuch strandtuch duschtuch frottee
Quelle: sell.amazon.com Amazons eigene öffentliche Verkäuferseite (US, englisch): Deutscher Wortlaut, von einem Verkäufer im öffentlichen Amazon-Forum aus der Hilfe zitiert: https://sellercentral.amazon.de/seller-forums/discussions/t/a208f145ea4b24235127f8a6745f988d

Streiche jedes Wort, das schon im Titel, in der Marke oder in den Bullets steht.

Amazon

Amazon beschreibt dieses Feld auf seiner eigenen Verkäuferseite als Überlauf für Begriffe, die sonst nirgends auf der Produktseite unterkommen, und rät von überflüssigen Begriffen ab. Im Verkäuferforum formuliert Amazon es direkter: keine Informationen wiederholen, die schon in anderen Feldern wie Titel oder Marke stehen. Jedes Byte, das du für eine Wiederholung verbrauchst, fehlt dir für ein Synonym, das noch nirgends steht.

Quelle: sell.amazon.com "Use this section as overflow for keywords that don't fit naturally elsewhere on the product detail page" · sellercentral.amazon.com ergänzend Amazon-Mitarbeiterin im öffentlichen Forum: "Don't provide redundant information that is already captured in other fields such as title, author, brand"

Entscheide dich je Begriff für Singular oder Plural und schreib keine absichtlichen Tippfehler hinein.

Praxis

Der deutsche Wortlaut von Amazons Vorgaben für dieses Feld lautet: "Verwenden Sie entweder Singular oder Plural. Es ist nicht nötig, beide Formen einzutragen." und "Fügen Sie Schreibvarianten ein. Rechtschreibfehler sind nicht notwendig." Beide Formen einzutragen kostet dich also nur Bytes.

So besser nicht
handtuch handtücher hanttuch badetuch badetücher
So
handtücher badetücher saunatücher frottee
Quelle: sellercentral.amazon.de Deutscher Wortlaut, von einem Verkäufer im öffentlichen Amazon-Forum aus der Amazon-Hilfe zitiert: Die Hilfeseite selbst (G23501) steht hinter dem Login und ist für dich nicht überprüfbar.

Trage keine Markennamen ein, weder fremde noch deine eigene, und keine Wertungen wie beste oder günstigste.

Praxis

Der deutsche Wortlaut von Amazons Vorgaben für dieses Feld nennt ausdrücklich: "Tragen Sie in Ihren Suchbegriffen nicht Ihren Markennamen oder den anderer Marken ein", "Tragen Sie keine ASINs als Suchbegriffe ein", "Verwenden Sie keine subjektiven Angaben wie 'beste', 'billigste', 'sehr schön' usw." und "Verwenden Sie keine befristet gültigen Aussagen wie 'neu' oder 'jetzt im Angebot'."

So besser nicht
beste handtücher günstigste qualität neu jetzt im angebot
So
handtücher badetücher frottee baumwolle
Quelle: sellercentral.amazon.de Deutscher Wortlaut, von einem Verkäufer im öffentlichen Amazon-Forum aus der Amazon-Hilfe zitiert:

Exportiere deine alten Listings einmal und prüfe die Byte-Länge im Suchbegriffsfeld.

Praxis

Amazon hat die früher mehreren getrennten Suchbegriffszeilen zu einem einzigen Feld zusammengelegt. Verkäufer berichten im öffentlichen Amazon-Forum, dass sie ihre alten Keyword-Zeilen danach selbst kürzen und neu zuschneiden mussten. Was Amazon beim Umstellen mit den Inhalten gewachsener Kataloge genau gemacht hat, ist öffentlich nicht dokumentiert. Ein Blick in deine alten Listings kostet wenig und klärt es für deinen eigenen Katalog.

Quelle: sellercentral.amazon.com Öffentlicher Forumsthread zur Umstellung auf ein einziges Feld:
5

Fünf Bulletpoints, fünf Antworten, kein Werbetext

Jeder Bullet beantwortet genau eine Kundenfrage, beginnt mit einem kurzen Label und bleibt auch einzeln verständlich.

Warum Amazon das interessiert

Deine Bulletpoints sind kein Fließtext. Amazon behandelt sie als Katalogattribut mit einzelnen Werten, und jeder Wert hat eigene Formvorgaben. Als Seller stehen dir dafür fünf Felder zur Verfügung. Auf dem Handy sieht der Kunde von jedem Bullet zunächst nur den Anfang. Die wenigen Wörter vor dem Doppelpunkt entscheiden also mit darüber, ob er überhaupt aufklappt. Dazu kommt, dass Amazons KI-Assistent Angaben aus dem Produktkatalog als Quelle für Antworten nutzt. Beides zieht in dieselbe Richtung: kurz, konkret, prüfbar.

Derselbe Bullet, zwei Bildschirme

Auf dem Handy entscheiden die ersten Wörter, ob überhaupt aufgeklappt wird.
Desktopvolle Breite
  • Waschbar bis 60 Grad: Farbecht auch nach 50 Wäschen; trocknergeeignet
  • 4-teiliges Set: Zwei Handtücher 50x100 cm und zwei Duschtücher 70x140 cm
  • 500 g/m² Flächengewicht: Dichte Frottee-Qualität, die Wasser aufnimmt statt es zu verteilen
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  • Waschbar bis 60 Grad: Farbecht auch nach 50 Wäschen; trocknergeeignet … mehr
  • 4-teiliges Set: Zwei Handtücher 50x100 cm und zwei Duschtücher 70x140 cm … mehr
  • 500 g/m² Flächengewicht: Dichte Frottee-Qualität, die Wasser aufnimmt statt es zu verteilen … mehr
So sieht es der Handy-Kunde bei Werbetext
Unser hochwertiges Handtuch-Set überzeugt durch …
So sieht es der Handy-Kunde beim Label-Muster
Waschbar bis 60 Grad: Farbecht auch nach …

Liefere mindestens drei Bulletpoints und nutze die Felder, die du hast: fünf als Seller, in manchen Kategorien bis zu zehn als Vendor.

Praxis

Amazons Anforderungen für Aufzählungspunkte nennen mindestens drei Bullets. Wer weniger liefert, riskiert Warnungen, automatische Eingriffe ins Listing oder die Entfernung der Bullets. Für Seller sind fünf Felder vorgesehen, Vendoren haben in manchen Kategorien bis zu zehn.

Quelle: ecomengine.com · marknology.com · amalytix.com alle drei geben Amazons Anforderungen wieder, keine Amazon-Seite

Halte jeden Bullet zwischen 10 und 255 Zeichen und prüfe zusätzlich den Style Guide deiner Kategorie.

Praxis

Amazons aktualisierte Anforderungen an Bullets gelten seit dem 15.08.2024. Der Wortlaut, den die Quellen wiedergeben, lautet: mehr als 10 und weniger als 255 Zeichen je Bullet. In einzelnen Kategorien liegt die Grenze niedriger, berichtet werden 150 Zeichen. Welcher Wert für dich gilt, steht im Style Guide deiner Kategorie.

Beginne jeden Bullet mit einem Label aus ein bis zwei Wörtern und einem Großbuchstaben, danach folgt der Nutzen als Satzfragment.

Amazon

Amazon empfiehlt in seinem Verkäufer-Blog, mit einer ein- bis zweiwörtigen Beschreibung zu beginnen und danach in höchstens 100 Zeichen zu erklären. Amazon nennt dort ausdrücklich Satzfragmente statt ganzer Sätze und einen Großbuchstaben am Anfang jedes Bullets. Die Seite ist Amazons englischsprachiges Verkäufer-Blog, eine eigene Fassung für amazon.de gibt es dort nicht.

So besser nicht
Unser hochwertiges Handtuch-Set überzeugt durch seine außergewöhnliche Qualität und wird Sie garantiert begeistern!
So
Waschbar: Farbecht auch nach 50 Wäschen bei 60 Grad; trocknergeeignet

Setz die wichtigste Aussage an den Anfang jedes Bullets, damit der mobile Anriss auch für sich allein verständlich ist.

umstritten

Auf Mobilgeräten wird pro Bullet nur ein Anriss angezeigt, der Rest steckt hinter dem Aufklappen. Eine einzelne Agenturbeobachtung nennt dafür rund 80 Zeichen. Diese Zahl ist nicht durch Amazon belegt und kann sich mit jedem App-Update ändern. Belastbar ist nur die Richtung: Was hinten steht, sieht der Kunde auf dem Handy zunächst nicht.

So besser nicht
Damit du auch nach vielen Wäschen Freude an deinem Handtuch-Set hast, haben wir es bis 60 Grad waschbar gemacht
So
Waschbar: Farbecht bei 60 Grad, auch nach 50 Wäschen und trocknergeeignet
Quelle: velocitysellers.com Einzelquelle, Agenturbeobachtung, Seite am 30.07.2026 geprüft

Formuliere jeden Bullet so, dass er eine konkrete Frage beantwortet und für sich allein verständlich bleibt.

Praxis

Amazon schreibt, dass sein KI-Assistent auf Produktkatalog, Kundenbewertungen, Community-Fragen und Informationen aus dem Web zurückgreift. Welche Sätze aus einem Listing er übernimmt, sagt Amazon nicht. Naheliegend ist, dass eine prüfbare Angabe eher als Antwort taugt als ein Werbeadjektiv. Der Tipp ist also eine Schlussfolgerung aus der Amazon-Angabe, keine Amazon-Vorgabe.

So besser nicht
Ideal für unterwegs und perfekt für jede Reise, damit du immer bestens vorbereitet bist
So
Handgepäcktauglich: Außenmaß 55 x 40 x 20 cm inklusive Rollen

Verzichte auf Sonderzeichen, Emojis, Häkchen, Garantieversprechen und Umweltbehauptungen und setz kein Satzzeichen ans Bullet-Ende.

Praxis

Amazons Anforderungen führen für Bullets unter anderem als unzulässig auf: Sonderzeichen wie Trademark- und Copyright-Zeichen, Emojis samt Häkchen und Kreuzen, Platzhaltertext, ASINs, Behauptungen wie "umweltfreundlich" oder "antibakteriell", Garantieaussagen, Kontaktdaten und externe Links sowie sich wiederholende Inhalte. Dazu kommen Formvorgaben: kein Satzzeichen am Ende, Semikolon als Trenner innerhalb eines Bullets, Leerzeichen zwischen Ziffer und Einheit. Verstöße können dazu führen, dass Amazon den Bullet ändert oder entfernt.

Quelle: ecomengine.com · marknology.com beide geben Amazons Anforderungen vom 15.08.2024 wieder

Schreibe zuerst die Attribute und dann die Bullets, damit sich Bullets, Titel und Attributtabelle nicht überschneiden.

Praxis

Amazon verlangt, Überschneidungen mit anderen Produktattributen wie Titel, Produktbeschreibung oder Produktübersicht zu vermeiden. Jeder einzelne Bullet soll eigenständige Produktinformationen enthalten. Was in der Attributtabelle schon strukturiert steht, musst du im Bullet nicht wiederholen. Die Originalseite in der Seller-Central-Hilfe ist nur nach Login erreichbar, du kannst sie also nicht ohne Verkäuferkonto nachlesen. Deshalb steht der Punkt hier auf KONSENS und stützt sich auf die öffentliche Wiedergabe.

Quelle: ecomengine.com öffentlich · Amazon Seller Central Hilfe, "Anforderungen für Produktaufzählungspunkte" (G-ID GX5L8BF8GLMML6CX, nur mit Login)
6

Auf dem Hauptbild ist Text verboten, auf den weiteren Galeriebildern nicht

Ins Hauptbild gehört nur das Produkt auf reinweißem Grund. Alle Argumente, Maße und Infografiken gehören auf die weiteren Bilder der Galerie.

Warum Amazon das interessiert

Dein Hauptbild läuft nicht nur auf deiner Produktseite. Amazon zeigt es auch in der Suche, in Anzeigen, in Vergleichsmodulen und in der App. Für dieses eine Bild gelten deshalb enge Vorgaben. Für die weiteren Galeriebilder gelten sie nicht, dort ist Text normal und erwünscht. Die Vorgaben zum Hauptbild sind konkret formuliert und nachprüfbar. Du kannst sie vor dem Hochladen selbst abhaken.

Sieben Plätze, einer davon gehört Amazon

Zieh den Regler nach links, bis zur Größe im Suchergebnis.
1 Produkt
auf Weiß
2Anwendung
3Infografik
4Maße
5Material
6Lieferumfang
7Video
Bild 1: RGB 255, 255, 255 mindestens 85 % Bildfläche kein Text kein Logo kein Zubehör, das nicht mitgeliefert wird
i

In voller Größe ist jedes Detail lesbar. Genau so betrachtest du deine Bilder beim Hochladen.

Fülle den Hauptbild-Hintergrund als Volltonfläche RGB 255, 255, 255 und exportiere in sRGB.

Amazon

Amazon schreibt auf der eigenen Verkäuferseite: 'In most cases, product shots should be taken against a white background (RGB color values: 255, 255, 255)'. Der deutsche Forenbeitrag nennt dasselbe als reinweißen Hintergrund. Weiche, halbtransparente Freistellkanten und fehlende Farbprofile verschieben das Weiß. Eine Toleranz steht in keiner der beiden Quellen.

So besser nicht
Handtuch mit weichen, halbtransparenten Kanten auf hellgrauem Hintergrund, exportiert ohne Farbprofil.
So
Handtuch mit harter Kante freigestellt, Hintergrund als Volltonfläche RGB 255, 255, 255, Export als JPEG in sRGB.
Quelle: sell.amazon.com Amazon, US-Verkäuferseite, öffentlich · sellercentral.amazon.de ergänzend deutsch: (Forenbeitrag, ohne Login lesbar

Skaliere das Produkt so, dass es mindestens 85 Prozent des Bildrahmens einnimmt, ohne angeschnitten zu werden.

Amazon

Amazon schreibt 'Have the product fill 85% or more of the frame'. Der deutsche Forenbeitrag nennt dieselbe Zahl, 'mindestens 85% des Bildausschnitts'. In der Suchkachel wird dein Bild auf wenige hundert Pixel heruntergerechnet. Je kleiner das Produkt im Rahmen sitzt, desto weniger bleibt davon erkennbar.

So besser nicht
Das Handtuch liegt klein in der Bildmitte, ringsum bleibt viel weiße Fläche.
So
Das Handtuch füllt den Rahmen fast ganz aus, nur ein schmaler weißer Rand bleibt.
Quelle: sell.amazon.com · sellercentral.amazon.de ergänzend deutsch:

Entferne Text, Logos, Wasserzeichen, Requisiten und Zubehör aus dem Hauptbild.

Amazon

Die Amazon-Verkäuferseite nennt Text, Logo und Wasserzeichen als das, was auf dem Produktbild nichts zu suchen hat, und rät von dominierenden Accessoires, Modellen und Hintergründen ab. Der deutsche Forenbeitrag formuliert es enger: 'Kein Text, keine Logos oder Wasserzeichen' und zeige nur das verkaufte Produkt, keine Requisiten oder Zubehörteile. Auf den weiteren Galeriebildern ist Text dagegen normal.

So besser nicht
Hauptbild mit Marken-Logo oben links und rotem Störer '100 % Baumwolle'.
So
Hauptbild zeigt nur das Handtuch, der Hinweis '100 % Baumwolle' steht auf Bild 3.

Arbeite grundsätzlich mit 2.000 x 2.000 Pixeln als JPEG.

Amazon

Amazon nennt 500 bis 10.000 Pixel an der längsten Seite und als Formate JPEG, TIFF, PNG und nicht animiertes GIF. Für die Zoomfunktion empfiehlt Amazon auf derselben Seite Bilder mit mehr als 1.000 Pixeln je Seite. Mit 2.000 px liegst du bei allen kursierenden Angaben auf der sicheren Seite, ohne dich auf eine davon verlassen zu müssen.

So besser nicht
1.000 x 800 Pixel, direkt aus dem Handy exportiert.
So
2.000 x 2.000 Pixel als JPEG.

Plane mindestens sechs Bilder und setze die stärksten Argumente auf die vorderen Plätze.

Amazon

Amazon verlangt mindestens ein Bild pro Produkt und empfiehlt mindestens sechs. Wie viele dieser Bilder die Produktseite am Ende tatsächlich ausspielt, dokumentiert Amazon öffentlich nicht. Zähl das am eigenen Livelisting nach, statt dich auf eine kursierende Zahl zu verlassen.

So besser nicht
Zwei Bilder, Hauptbild und ein Detailfoto.
So
Hauptbild, Anwendung, Infografik, Maße, Material und Lieferumfang.

Verkleinere jede fertige Bilddatei auf 200 Pixel Breite und sieh sie dir auf dem Handy an.

umstritten

In den Suchergebnissen und in der mobilen Galerie wird dein Bild auf eine kleine Kachel heruntergerechnet. Eine Anbieterquelle nennt dafür 160 bis 200 Pixel Breite. Diese Zahl ist nicht durch Amazon belegt, das Grundproblem siehst du aber selbst, sobald du dein Bild so klein anschaust. Eine Infografik mit 14-Punkt-Schrift, die am Monitor gut aussieht, ist dort nur noch ein grauer Balken. Also maximal drei bis fünf Wörter pro Bildaussage, hoher Kontrast und keine dünnen Schriften.

So besser nicht
Vier Zeilen Fließtext in dünner, hellgrauer Schrift auf der Infografik.
So
Zwei Wörter in großer, fetter Schrift mit hohem Kontrast: 'Schnell trocknend'.
Quelle: pixii.ai Einzelquelle, Anbieterangabe

Lade Warnhinweise, CE-Zeichen und Piktogramme als Foto der Verpackung in die Compliance-Bildslots, nicht ins Hauptbild.

Praxis

Für Sicherheits- und Compliance-Bilder gibt es eigene Bildvarianten mit den Kürzeln PS01 bis PS06. Ein Dienstleisterblog und mehrere Verkäufer im deutschen Seller-Forum beschreiben sie übereinstimmend, benannt nach dem Muster ASIN.PS01.jpg. Eine öffentlich abrufbare Amazon-Seite dazu haben wir nicht gefunden. So zeigst du gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnungen, ohne die Textregel im Hauptbild zu berühren.

So besser nicht
Der Warnhinweis wird als Textkasten ins Hauptbild montiert.
So
Foto der Verpackungsrückseite mit Warnhinweis und CE-Zeichen, hochgeladen als ASIN.PS01.jpg.
Quelle: verkaufsbilder.de · sellercentral.amazon.de Verkäuferdiskussion, ohne Login lesbar, keine Amazon-Bestätigung im Thread

Trage bei fotorealistischen, komplett KI-erzeugten Personen contains-synthetic-performer ins XMP-Feld dc:subject ein.

Amazon

Amazon hat das am 23.07.2026 angekündigt, für Bilder und Videos im Listing genauso wie für A+ Content. Als Geltungsbereich nennt Amazon die eigenen Stores weltweit, damit auch amazon.de. Auslöser ist das New Yorker Gesetz zu synthetischen Darstellern, General Business Law 396-b, in Kraft seit 09.06.2026. Nicht kennzeichnen musst du echte Menschen (auch nach KI-Bearbeitung), Figuren aus Filmen, Serien, Dokumentationen und Spielen, nicht fotorealistische Darstellungen und Bilder ohne Personen. Die Regel ist wenige Tage alt, prüf vor dem Hochladen den aktuellen Stand.

So besser nicht
Fotorealistisches KI-Model hält dein Handtuch, Datei ohne Metadaten hochgeladen.
So
exiftool -XMP-dc:Subject+=contains-synthetic-performer datei.jpg
Quelle: sellercentral.amazon.com Amazon-Ankündigung, ohne Login lesbar · cnbc.com · forbes.com

Halte von jedem Hauptbild eine konforme Ersatzfassung bereit.

Praxis

Der deutsche Forenbeitrag nennt als Folgen von Bildverstößen die Entfernung der Bilder, die Ausblendung der Produktangebote aus der Suche und mögliche Kontoeinschränkungen. Eine öffentlich abrufbare Amazon-Hilfeseite mit genau dieser Aufzählung haben wir nicht gefunden, deshalb steht hier KONSENS und nicht AMAZON. Ohne Hauptbild ist dein Angebot über die Suche praktisch nicht mehr erreichbar. Der Ersatz sollte also binnen Stunden hochladbar sein.

So besser nicht
Das Hauptbild wird entfernt, eine konforme Datei muss erst noch gebaut werden.
So
Freigestellte Fassung auf RGB 255, 255, 255 liegt fertig im Ordner und ist sofort hochladbar.
Quelle: sellercentral.amazon.de Forenbeitrag, ohne Login lesbar
7

Wenn der Kaufknopf verschwindet: Preis prüfen, nicht Keywords

Der beste Text nützt nichts, wenn statt „In den Einkaufswagen“ nur noch „Alle Kaufoptionen anzeigen“ dasteht. Such die Ursache dann zuerst bei Preis und Verfügbarkeit, nicht in deinem Text.

Warum Amazon das interessiert

Das Angebotsfeld ist der schnellste Weg in den Warenkorb. Fällt es weg, muss der Kunde einen Extraklick machen und sich selbst ein Angebot aussuchen. Das tun weniger Kunden. Anders als ein Ranking-Problem lässt sich das oft schnell umkehren: Preis korrigieren, und der Knopf kommt in vielen Fällen zurück. Wichtig ist die Reihenfolge bei der Diagnose. Bricht dein Umsatz ein, ohne dass du am Listing etwas geändert hast, prüfst du zuerst Kaufknopf, Preis und Verfügbarkeit, danach die Keywords.

Drei Zustände derselben Produktseite

Der Text im Listing ist in allen drei Fällen identisch.

Vergleiche deinen Preis mit dem Wettbewerb immer als Endpreis inklusive Versand.

Praxis

Für das Angebotsfeld zählt der Gesamtpreis aus Artikelpreis und Versand, nicht der Artikelpreis allein, den der Kunde in der Liste sieht. Die Quelle rechnet es an einem Beispiel in US-Dollar vor: 19,99 USD plus 3,99 USD Versand ergeben 23,98 USD und verlieren gegen ein Prime-Angebot zu 22,99 USD mit kostenlosem Versand. Wer den Artikelpreis drückt und die Marge über die Versandkosten zurückholt, sieht in der Liste billiger aus und wird beim Endpreis teurer bewertet.

So besser nicht
Du senkst den Artikelpreis deines Handtuch-Sets und legst die Differenz auf die Versandkosten. In der Liste sieht das günstig aus.
So
Du rechnest Artikelpreis und Versand zusammen und stellst erst diese Summe dem Prime-Angebot des Wettbewerbers gegenüber.
Quelle: repricer.com Dienstleisterblog, Zahlenbeispiel dort in US-Dollar

Beobachte deinen Angebotsfeld-Prozentsatz im Business-Bericht „Detailseite Verkäufe und Traffic“ als laufende Kurve.

Praxis

Amazon schafft die separate Eignungsprüfung für das Angebotsfeld ab. Im Wortlaut der Ankündigung: „Starting in July 2026, we'll begin removing seller eligibility requirements for the Featured Offer. This change will roll out gradually across all Amazon stores globally, completing by the end of 2026.“ Damit entfällt der Ja/Nein-Vorfilter, der bisher ein klares Signal war. Ob deine Angebote noch vorne stehen, siehst du danach vor allem am Verlauf deines Angebotsfeld-Prozentsatzes. Ein einzelner Wert sagt dazu wenig.

So besser nicht
Du schaust nur auf den aktuellen Wert und findest ihn in Ordnung.
So
Du führst den Wert als Kurve mit und siehst den langsamen Rückgang, bevor er im Umsatz ankommt.
Quelle: sellercentral.amazon.com Ankündigung im Seller-Central-Forum, öffentlich lesbar, keine Hilfeseite · ppc.land Einordnung:

Behandle Bestellmangelrate, Lieferzeit und Sendungsverfolgung weiterhin als Umsatzhebel.

Praxis

Amazon schreibt in derselben Ankündigung, dass sich an der Auswahl des Angebotsfelds nichts ändert. Ausgewählt wird weiter „based on criteria most important to customers, such as competitive pricing, delivery speed, and performance“. Dazu kommt: „Being considered for the Featured Offer doesn't guarantee your offer will be featured.“ Dass du berücksichtigt wirst, garantiert dir die Auswahl also nicht.

So besser nicht
Du lässt Lieferzeit und Sendungsverfolgung schleifen, weil die Eignungsprüfung ja wegfällt.
So
Du hältst Bestellmangelrate und Lieferzeit sauber, weil Amazon weiter danach auswählt.
Quelle: sellercentral.amazon.com Ankündigung im Seller-Central-Forum, öffentlich lesbar, keine Hilfeseite · ppc.land Einordnung:

Prüfe zuerst den Preis, wenn der Kaufknopf ganz verschwunden ist.

Praxis

Als häufigster Auslöser einer Unterdrückung gilt der Preis: gegenüber dem historischen Kaufpreis der ASIN und gegenüber günstigeren Angeboten außerhalb von Amazon. Genannt werden außerdem geringe Verkaufsgeschwindigkeit, schwache Verkäuferkennzahlen sowie Probleme mit Listing-Qualität und Artikelzustand. Das kann auch Eigenmarken treffen, bei denen sonst niemand auf der ASIN anbietet.

So besser nicht
Der Kaufknopf ist weg, und du schreibst als Erstes die Bullet Points um.
So
Der Kaufknopf ist weg, und du vergleichst als Erstes deinen Preis mit dem bisherigen Kaufpreis der ASIN und mit deinen Angeboten außerhalb von Amazon.
Quelle: goaura.com Dienstleisterblog, 09.03.2026

Plane deinen Bestand so, dass du nicht auf null läufst.

Praxis

Ein ausverkauftes Angebot kann das Angebotsfeld nicht gewinnen. Gleichzeitig bricht der Verkaufsverlauf ab, auf dem dein organisches Ranking beruht. Nach Erfahrung vieler Händler dauert die Erholung länger als die Lücke selbst. Ein sauberer Beleg dafür fehlt, über die Richtung sind sich Praktiker aber weitgehend einig.

So besser nicht
Du lässt den Bestand deines Bettwäsche-Sets auf null laufen, weil die Nachlieferung ohnehin unterwegs ist.
So
Du bestellst so nach, dass immer ein Rest im Lager bleibt, auch wenn dafür etwas mehr Ware liegt.
Quelle: Praktiker-Konsens, kein Einzelbeleg

Stehst du bei einem Keyword organisch in den Top 3, senke dort testweise zwei bis drei Wochen die PPC-Gebote und verfolge den Gesamtumsatz.

umstritten

Ein Anzeigenverkauf hilft dem organischen Ranking nur, wenn er inkrementell ist, also ohne die Anzeige nicht stattgefunden hätte. Auf deinem eigenen Markennamen finden dich viele Kunden auch ohne Anzeige. Bleibt der Gesamtumsatz der ASIN beim Gebotstest fast gleich, ist das ein Hinweis auf Kannibalisierung. Ein Beweis ist es nicht, denn Saison, Wettbewerberpreise und Lagerbestand ändern sich im selben Zeitraum mit. Die Fachbeiträge widersprechen sich hier deutlich: Die eine Seite hält Kannibalisierung für den Ausnahmefall, die andere sieht einen starken Ranking-Effekt von Anzeigen.

So besser nicht
Du bietest weiter auf deinen eigenen Markennamen und verbuchst die Verkäufe als Erfolg der Anzeige.
So
Du senkst dort das Gebot für zwei bis drei Wochen und notierst daneben Saison, Preis und Bestand. Bleibt der Gesamtumsatz gleich, wiederholst du den Test in einem zweiten Zeitraum, bevor du umsteuerst.
Quelle: m19.com · sellerapp.com Gegenposition:

Vergleiche deine Conversion Rate nur mit deiner eigenen Vorperiode, nicht mit Branchenbenchmarks.

Praxis

Die kursierenden Durchschnittswerte kommen von Dienstleistern. Der oft zitierte Benchmark-Artikel nennt seine Spannen ausdrücklich für den US-Markt und legt die Methodik dahinter nicht offen. Für dein Handtuch-Set auf amazon.de sagt das wenig. Aussagekräftig sind der Vergleich mit dir selbst im Zeitverlauf und der Kauf-Anteil aus Search Query Performance.

So besser nicht
Du liest eine Durchschnitts-Conversion-Rate für deine Kategorie und misst dein Handtuch-Set daran.
So
Du stellst die Conversion Rate deines Handtuch-Sets der eigenen Vorperiode gegenüber und ziehst den Kauf-Anteil aus Search Query Performance dazu.
Quelle: sellersprite.com Dienstleisterangabe, US-Markt, Methodik nicht offengelegt
8

Warum du Bewertungen vor dem Launch planst, nicht danach

Dein Ziel ist nicht die 5,0. Dein Ziel ist, stabil über 4,0 zu liegen und dort schneller anzukommen, als organische Rezensionen es erlauben.

Warum Amazon das interessiert

Bewertungen wirken auf deine Conversion, und die Conversion gilt als einer der Faktoren für deine Platzierung. Der Effekt ist real, aber kleiner als die Zahlen, die im Umlauf sind. Er hat eine unangenehme Eigenschaft: Er kommt zeitverzögert, und bei wenigen Rezensionen schwankt er stark. Zwei Ein-Stern-Bewertungen bei fünf Rezensionen drücken den Schnitt auf 3,4, selbst wenn die anderen drei je fünf Sterne geben. Bei 200 Rezensionen ergeben dieselben zwei noch 4,96. Deshalb planst du deine Rezensionen vor dem Launch, nicht danach.

Warum 5,0 nicht das Ziel ist

Verlauf ohne absolute Werte: Die Form ist belegt, die Höhe nicht.
3,0 4,0 4,3 4,7 5,0 Sternschnitt Hochplateau 4,0 bis 4,7 Kaufbereitschaft

Der Abfall rechts ist kein Messfehler. Eine glatte 5,0 bei wenigen Bewertungen liest der Kunde als „zu schön, um echt zu sein“. Eine 4,5 mit dreihundert Stimmen wirkt glaubwürdiger als eine 5,0 mit sieben.

Jage keiner 5,0 hinterher.

Studie

Das Spiegel Research Center der Northwestern University hat 2017 gemeinsam mit PowerReviews gemessen: "purchase likelihood typically peaks at ratings in the 4.0 - 4.7 range, and then begins to decrease as ratings approach 5.0." Die Autoren führen das darauf zurück, dass eine makellose Bewertung vielen Käufern unglaubwürdig erscheint. Die 4,0 im Kernsatz ist die Untergrenze dieser Spanne. Wichtig: Die Studie wurde nicht an Amazon-Daten erhoben, deshalb ist die Richtung verlässlicher als die genauen Schwellen.

Behandle den Sternschnitt als Untergrenze, die du halten musst, nicht als Hebel für Wachstum.

Praxis

Der Dienstleister Pattern hat im eigenen Amazon-Portfolio je zusätzlichem Stern rund 4 bis 5 Prozentpunkte mehr Conversion gemessen, von 3,5 auf 4,5 Sterne also 24 auf 29 Prozent. Relativ sind das rund 21 Prozent. Pattern selbst schreibt an dieser Stelle "Prozent", gemeint sind nach den eigenen Zahlen Prozentpunkte. Es ist eine Anbieteranalyse ohne Stichprobengröße, Zeitraum und Signifikanzangaben, brauchbar ist deshalb nur die Richtung, nicht der Betrag. Wer von 4,4 auf 4,6 optimiert, holt wenig heraus. Wer von 3,7 auf über 4,0 kommt, arbeitet sich in die Spanne hinein, in der die Kaufwahrscheinlichkeit laut Spiegel-Studie am höchsten liegt.

So besser nicht
Dein Handtuch-Set steht bei 4,4. Du steckst Wochen hinein, um auf 4,6 zu kommen.
So
Dein Handtuch-Set steht bei 3,7. Du arbeitest so lange daran, bis es über 4,0 liegt.
Quelle: pattern.com Anbieteranalyse, Methodik nicht offengelegt

Wähle bei Amazon Vine gleich die größte Stufe, wenn das Produkt fertig ist und zu deinem Kernsortiment gehört.

Praxis

Auf amazon.de kostet Vine gestaffelt 0 Euro (bis 2 Einheiten), 70 Euro (bis 10) und 170 Euro (bis 30) pro übergeordneter ASIN. Die oft genannten 200 sind der US-Preis in US-Dollar. Eine ASIN kannst du nur einmal anmelden, die gewählte Stufe lässt sich nachträglich nicht wechseln, und untergeordnete ASINs kannst du später nicht hinzufügen. Die Gebühr fällt nur an, wenn mindestens drei Einheiten angemeldet sind und binnen 90 Tagen nach der Anmeldung die erste Rezension eingeht. Beleg ist Amazons eigene Ankündigung im deutschen Seller-Forum vom 19.10.2023, keine Hilfeseite. Die Hilfeseite dazu ist nur nach Login lesbar, deshalb steht hier KONSENS und nicht AMAZON. Prüf die Konditionen vor der Anmeldung selbst im Vine-Bereich.

So besser nicht
Bettwäsche-Set aus dem Kernsortiment, mit 2 Einheiten für 0 Euro angemeldet. Aufstocken geht danach nicht mehr.
So
Bettwäsche-Set aus dem Kernsortiment, gleich mit 30 Einheiten für 170 Euro angemeldet.
Quelle: sellercentral.amazon.de Amazon-Ankündigung im Seller-Forum, öffentlich lesbar, Stand 19.10.2023

Schick kein halbfertiges Produkt in Vine.

Praxis

Vine-Rezensionen zählen in deinen Sternschnitt ein, und du bekommst sie nicht auf Zuruf wieder weg. Bei einem unfertigen Produkt richtet Vine deshalb genau den Schaden an, den ein niedriger Sternschnitt anrichtet, nur schneller.

So besser nicht
Die Naht am Kissenbezug hält noch nicht zuverlässig. Du meldest ihn trotzdem für Vine an.
So
Erst wenn die Naht hält, meldest du den Kissenbezug für Vine an.
Quelle: Praktiker-Konsens, kein Einzelbeleg

Frag Rezensionen nur über Amazons Funktion „Rezension anfordern" an. Keine Beilegerkarten, Gutscheine oder Gratisprodukte.

Gesetz

Amazons Rezensionsrichtlinie verbietet Anreize für Rezensionen, Verstöße können bis zur Deaktivierung deines Kontos führen. Dazu kommt in Deutschland das Gesetz: Anhang Nr. 23c zu Paragraf 3 Absatz 3 UWG verbietet die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Verbraucherbewertungen. Das ist ein Verbot ohne Interessenabwägung und ohne Spürbarkeitsschwelle, nachgewiesen werden muss nur die Handlung. Gekaufte Bewertungen fallen darunter. Ob auch eine echte Rezension darunter fällt, die du mit einem Gutschein angeregt hast, sagt der Wortlaut nicht. Für dich ändert das nichts: Amazons Regel greift so oder so.

So besser nicht
Eine Karte im Paket: 5 Euro Gutschein für deine Bewertung.
So
Der Knopf „Rezension anfordern" in Seller Central, sonst nichts.
Quelle: gesetze-im-internet.de Anhang zu Paragraf 3 Abs. 3, Nr. 23c

Prüf bei jeder Variantenfamilie, ob sich die Kinder nur in Farbe und Größe unterscheiden oder auch in der Funktion.

Praxis

Amazon hat das automatische Teilen von Rezensionen zwischen Varianten eingeschränkt. Der Rollout lief kategorieweise vom 12.02.2026 bis zum 31.05.2026 und ist damit abgeschlossen, betroffene Seller bekamen 30 Tage vorher eine E-Mail. Geteilt werden Rezensionen weiterhin bei geringfügigen Unterschieden ohne Auswirkung auf die Funktion, etwa Farbe, Muster, gleiche Funktion in anderer Größe oder Gebindegrößen. Bei Varianten, die sich in der Funktion unterscheiden, nicht mehr. Amazon schreibt dazu, das könne sich auf die Gesamtbewertung deiner Produkte und die Anzahl ihrer Rezensionen auswirken. Die Ankündigung stand im deutschen Seller-Forum und gilt damit auch für amazon.de. Weil es ein Forenbeitrag ist und keine Hilfeseite, steht hier KONSENS.

So besser nicht
Du gehst davon aus, dass die 300 Rezensionen deiner Handtuch-Familie weiter an jeder Kind-ASIN hängen.
So
Du siehst nach, welche Kind-ASIN heute wie viele Rezensionen hat, und planst die schwachen Kinder einzeln.
Quelle: sellercentral.amazon.de Amazon-Ankündigung im Seller-Forum, öffentlich lesbar

Lies deine Rezensionen nach Anwendungsfällen durch, die im Listing fehlen, und ergänze sie dort.

Amazon

Amazon gibt an, dass Kunden, die den KI-Assistenten Rufus nutzen, mit über 60 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit in dieser Sitzung kaufen, und dass der Assistent seine Antworten unter anderem aus Kundenbewertungen zieht. Die 60 Prozent sind Amazons Eigenangabe und eine Korrelation ohne Kausalitätsnachweis, denn wer einen Assistenten befragt, steht ohnehin näher an der Kaufentscheidung. Amazon nennt als weitere Quellen den Produktkatalog, Fragen und Antworten sowie Informationen aus dem Web. Ein Anwendungsfall, der weder in deinen Rezensionen noch in deinen Attributen vorkommt, hat es bei dieser Antwortmaschine deshalb schwerer.

So besser nicht
Mehrere Rezensionen loben, dass sich das Handtuch als Gästehandtuch eignet. Im Listing steht davon nichts.
So
Du nimmst den Anwendungsfall Gästehandtuch in dein Listing auf.
9

A+ Content überdeckt die Beschreibung, löscht sie aber nicht

A+ Content kostet keine Extra-Gebühr, setzt aber ein Professional-Konto und in der Regel eine im Brand Registry eingetragene Marke voraus. Das Beschreibungsfeld lässt du trotzdem nie leer.

Warum Amazon das interessiert

A+ Content legt sich auf der Detailseite über die Produktbeschreibung. Das Feld selbst bleibt in Seller Central bestehen, ein Amazon-Mitarbeiter bestätigt das öffentlich im Seller-Forum. Ob Amazon den überdeckten Text weiter für die Suche nutzt, ist öffentlich nicht belegt. Ob der A+ Text selbst für die Suche zählt, ebenso wenig. Beides ist offen, und genau deshalb ist die Rechnung einfach: Das Feld gefüllt zu lassen kostet dich nichts. Es leerzuräumen kann dich Rankings kosten und nimmt dir die Rückfallebene, falls A+ abgelehnt oder wieder entfernt wird.

Was A+ Content auf der Seite ersetzt

Schieber ziehen oder Regler benutzen
Mit A+ Content

Bild-Text-Module statt Textblock.

Häufiger Fehler
A+ läuft, also lösche ich das Beschreibungsfeld.
Richtig
A+ überdeckt die Beschreibung nur in der Anzeige. Im Katalog bleibt das Feld erhalten und wird weiter gebraucht.

Fülle das Beschreibungsfeld aus und halte es aktuell, auch wenn A+ Content läuft.

umstritten

A+ Content legt sich auf der Detailseite über die Produktbeschreibung, das Feld bleibt in Seller Central bestehen. Ein Amazon-Mitarbeiter schreibt dazu im öffentlich lesbaren Seller-Forum: 'A+ content will cover up parts of product detail page information, but you should still have the option to leave the existing product descriptions within Seller Central.' Ob Amazon den überdeckten Text weiter für die Suche nutzt, sagt Amazon öffentlich nirgends. Gefüllt zu lassen kostet dich nichts, und du behältst eine Rückfallebene, falls A+ abgelehnt oder wieder entfernt wird.

So besser nicht
Beschreibungsfeld leer, weil das A+ Modul ohnehin darüber liegt.
So
Beschreibungsfeld gefüllt und auf demselben Stand wie das A+ Modul: Frottee-Handtuch, 100 Prozent Baumwolle, 50 x 100 cm.
Quelle: sellercentral.amazon.com Antwort von Danny_Amazon, ohne Login lesbar

Schreibe die Beschreibung als reinen Fließtext in kurzen Absätzen, ohne HTML.

Amazon

Amazon.de hat über das offizielle Forumskonto News_Amazon angekündigt, dass nach dem 8. Juni 2021 HTML-Tags auf Detailseiten nicht mehr unterstützt werden. Zeilen mit HTML-Tag werden entfernt oder ohne Formatierung dargestellt. Die Ankündigung ist ohne Login lesbar. Dass Fett-Tags bei einzelnen alten Listings noch wirken, ändert an der Ankündigung nichts.

So besser nicht
<b>100 % Baumwolle</b><br>Maschinenwäsche bei 60 Grad
So
100 % Baumwolle. Maschinenwäsche bei 60 Grad.
Quelle: sellercentral.amazon.de offizielle Ankündigung von News_Amazon, 19.04.2021

Prüfe zuerst, ob du A+ Content überhaupt anlegen kannst, bevor du Geld für Grafik ausgibst.

Amazon

Amazon schreibt: 'A+ Content is free for sellers who meet eligibility requirements' und nennt als Voraussetzung ein Professional-Konto plus die Rolle Brand Representative oder Reseller für eine im Brand Registry eingetragene Marke. Erscheint im A+ Content Manager kein Button zum Erstellen, fehlt dir die Berechtigung. Dann ist die Markenanmeldung der nächste Schritt, nicht das Bilddesign.

Verlass dich nicht auf den Weg über Generic-Listings.

umstritten

Amazons Verkaufsseite nennt als Alternative 'or have generic products in your catalog'. Ein Amazon-Mitarbeiter antwortet im Seller-Forum dagegen: 'A+ Content can only be used on ASINs associated with one of your Brand Registered Brands and Generic Listings cannot be changed to another brand.' Er verweist darauf, dass du für Markenprodukte neue Listings und ASINs anlegen musst. Solange beide Aussagen nebeneinander stehen, plane nicht mit dem Generic-Weg.

Quelle: sell.amazon.com gegen https://sellercentral.amazon.com/seller-forums/discussions/t/4f22bd9b-21b0-4566-bc0b-302e19ad1d85 (Antwort von Glenn_Amazon

Wenn du fremde Marken verkaufst: Bitte den Markeninhaber, dir im Brand Registry die Reseller-Rolle zuzuweisen.

Amazon

Amazon beschreibt die Reseller-Rolle als 'for external, third-party sellers who are authorized to sell a brand's goods and services in the Amazon store'. Sie berechtigt laut derselben Seite zu A+ Content, Brand Stores und Sponsored Brands, nur nicht zu Brand Analytics. Für den Markeninhaber ist die Zuweisung ein Klick und kostet nichts. Prüf den Umfang vor der Anfrage noch einmal selbst, Rollenrechte ändern sich.

Quelle: sell.amazon.com Stand der Seite: 23.04.2025

Verschiebe niemals ein rankendes Keyword aus Titel oder Bullets in den A+ Text.

umstritten

Kein öffentliches Amazon-Dokument benennt den A+ Fließtext als Ranking-Faktor. Die am häufigsten zitierte Gegenquelle enthält keinen kontrollierten Test und keine Daten. Sie räumt selbst ein: 'While you won't find an Amazon help article spelling it out for you'. Behandle A+ deshalb als Instrument für die Darstellung, nicht als Keyword-Feld.

So besser nicht
'Handtuch Set' aus dem Titel gestrichen und stattdessen in den A+ Text geschrieben.
So
'Handtuch Set' bleibt im Titel, der A+ Text erklärt Material und Pflege.
Quelle: myamazonguy.com Dienstleisterblog, Behauptung ohne Test, 14.03.2025

Schreibe die wichtigsten Aussagen als echten Modultext, nicht als Text im Bild.

Amazon

Amazon rät in seinem öffentlichen Designleitfaden ausdrücklich davon ab: 'Avoid embedding text in images so mobile customers can read all the details on smaller screens.' Verkleinerte Bilder werden unscharf, der Text darin unlesbar. Modultext bleibt auf jedem Bildschirm lesbar.

So besser nicht
Die Größe 50 x 100 cm steht nur als Aufdruck im Modulbild.
So
Die Größe 50 x 100 cm steht im Textfeld des Moduls, das Bild zeigt nur das Handtuch.
Quelle: sell.amazon.com Stand der Seite: 24.09.2025

Streiche aus A+ Content Preise, Rabatte, Versandangaben, Kaufaufforderungen, Wettbewerbervergleiche, externe Links und Kontaktdaten.

Amazon

Amazon schreibt im Designleitfaden: 'Don't include pricing, promotional, shipping details, QR codes, hyperlinks, directions to other web pages, or contact information' und 'Never reference or compare products with competitors'. Der Grund ist strukturell: Ein einmal geprüftes Modul steht lange unverändert online, während Preise, Aktionen und Versandbedingungen sich ändern.

So besser nicht
Jetzt nur 19,99 Euro statt 29,99 Euro, versandkostenfrei, gleich zugreifen.
So
Frottee aus 100 Prozent Baumwolle, 500 Gramm pro Quadratmeter, in vier Farben.
Quelle: sell.amazon.com Stand der Seite: 24.09.2025

Teste A+ Content mit 'Manage Your Experiments' auf deinen traffic-stärksten ASINs und plane 8 bis 10 Wochen Laufzeit ein.

Amazon

Amazon nennt als testbar 'product images, titles, bullet points, descriptions, and A+ Content', Brand Story eingeschlossen, und empfiehlt für belastbare Ergebnisse 8 bis 10 Wochen. Voraussetzung sind ein Professional-Konto und die Rolle Brand Representative für eine eingetragene Marke. Eine reine Vorher-Nachher-Messung ohne Kontrollgruppe lässt sich dagegen schwer zuordnen, weil Saison, Werbebudget, Preis und Wettbewerb gleichzeitig schwanken. Das ist unsere Einordnung, keine Aussage von Amazon.

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Pflichtangaben: Was Amazon nicht prüft, prüfen deine Mitbewerber

Dass dein Listing online ist, heißt nicht, dass es rechtssicher ist. Amazon setzt einzelne gesetzliche Vorgaben technisch durch, den größten Teil des deutschen Wettbewerbs- und Kennzeichnungsrechts prüft dort aber niemand für dich.

Warum Amazon das interessiert

Dein Listing wird aus zwei Richtungen angegriffen. Amazon unterdrückt es, wenn Katalog-, Titel- oder Bildregeln verletzt sind. Mitbewerber und Wettbewerbsverbände mahnen es ab, wenn gesetzliche Pflichtangaben fehlen. An einigen Stellen überschneidet sich beides, weil Amazon gesetzliche Vorgaben selbst erzwingt: bei den GPSR-Angaben, bei den EPR-Nummern und beim Grundpreis. Der Rest bleibt ungeprüft, bis jemand abmahnt. Der Grundpreis zeigt die Doppelnatur am deutlichsten. Amazon setzt dort eine deutsche Rechtsnorm technisch durch, nennt den Rechtsgrund in der Fehlermeldung aber nicht.

Zwei Prüfer, zwei völlig verschiedene Listen

Die rechte Spalte schaut niemand von Amazon an.
Was Amazon prüft
  • Titelformat, Länge, verbotene Zeichen
  • Bildregeln, weißer Hintergrund, Flächenanteil
  • Pflichtfelder im Katalog
  • Attribute und Kategoriezuordnung
  • Produktsicherheits-Felder, sofern hinterlegt
Was Mitbewerber und Verbände prüfen
  • Grundpreisangabe
  • Textilkennzeichnung, Faserzusammensetzung
  • Gesundheits- und Wirkaussagen
  • Fundstelle bei Testsiegeln
  • Umwelt- und Klimaaussagen
  • Herstellerangaben nach GPSR

Der Denkfehler dahinter: Dass ein Listing seit zwei Jahren online ist, beweist nur, dass es Amazons Katalogregeln erfüllt. Über deutsches Wettbewerbs- und Kennzeichnungsrecht sagt es nichts. Der Absender einer Abmahnung ist nie Amazon.

Dieser Abschnitt informiert und ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel und vor größeren Umstellungen fragst du besser jemanden, der dafür haftet.

Hinterlege die GPSR-Pflichtangaben direkt im Angebot, bevor du es live schaltest. Eine Verlinkung genügt nicht.

Gesetz

Seit dem 13.12.2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung. Artikel 19 verlangt, dass das Fernabsatz-Angebot selbst vier Angabenblöcke enthält: Herstellerkontakt, bei Herstellern ohne Niederlassung in der EU zusätzlich die verantwortliche Person in der EU, Produktidentifikation mit Abbildung sowie Warnhinweise in der Sprache des Ziellandes. Weil der Verordnungstext auf den Inhalt des Angebots abstellt, ist die verbreitete Auslegung eindeutig. Der Händlerbund formuliert sie so: „Eine Verlinkung zu diesen Informationen ist nicht ausreichend.“ Die Angaben gehören also ins Angebot, nicht auf eine Seite dahinter.

Quelle: Verordnung (EU) 2023/988 Art. 19 (anwendbar seit 13.12.2024) · haendlerbund.de Einordnung:

Trage die Compliance-Daten vollständig ein, bevor du ein neues Angebot fertigstellst.

Praxis

Amazon hat Händlern im Juni 2025 mitgeteilt: „Wenn erforderliche Angebotsinformationen fehlen, falsch sind oder das Produkt markenfrei ist, wird das Angebot innerhalb von 24 Stunden nach der Fertigstellung deaktiviert.“ Ein neu angelegtes Listing ohne GPSR-Daten ist damit gleich zu Beginn wieder offline. Zwei Einschränkungen musst du kennen. Die Originalmitteilung steht in Seller Central hinter dem Login und ist für dich nur über die Wiedergabe in einem Fachmedium nachprüfbar. Und ob Amazon die 24-Stunden-Frist heute noch unverändert anwendet, ist öffentlich nicht dokumentiert. Stand der Meldung: 04.06.2025.

Quelle: ohn.haendlerbund.de Meldung vom 04.06.2025, gibt die Amazon-Mitteilung wieder

Verkaufst du unter eigener Marke, trage deine Firmenanschrift als Herstellerangabe ein.

Gesetz

Nach Art. 3 Nr. 8 GPSR gilt als Hersteller, wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Handelsmarke vermarktet, unabhängig davon, wer es produziert hat. Damit ist praktisch jeder Private-Label-Seller Hersteller im Rechtssinn. Auf „ich bin nur Händler“ kannst du dich dann nicht zurückziehen. Eine zusätzliche verantwortliche Person in der EU brauchst du nur, wenn der Hersteller keine Niederlassung in der EU hat. Sitzt dein Unternehmen in Deutschland, bist du diese Person selbst. Sitzt du außerhalb der EU, musst du eine benennen.

Quelle: Verordnung (EU) 2023/988 Art. 3 Nr. 8 (Hersteller) und Art. 16 in Verbindung mit Art. 4 der Verordnung (EU) 2019/1020 (verantwortliche Person) · it-recht-kanzlei.de Einordnung:

Fülle die Attribute Füllmenge und Maßeinheit aus, wenn du nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche verkaufst.

Praxis

Amazon kann den nach Paragraf 4 PAngV vorgeschriebenen Grundpreis nur berechnen, wenn Menge und Einheit als strukturierte Daten vorliegen. 2021 hat Amazon angekündigt, Angebote von Verbrauchsgütern ohne diese Angaben aus der Suche zu entfernen. Ob und in welchen Kategorien Amazon das heute noch tut, ist öffentlich nicht dokumentiert. Die Grundpreispflicht selbst hängt ohnehin nicht an Amazon: Sie gilt unabhängig von der Kategorie, und haftbar bist du.

So besser nicht
Füllmenge: leer, Maßeinheit: leer. Amazon kann keinen Grundpreis bilden.
So
Füllmenge: 1,5, Maßeinheit: Liter. Amazon rechnet den Grundpreis selbst aus.
Quelle: Paragraf 4 PAngV · it-recht-kanzlei.de zur Amazon-Ankündigung von 2021: (Beitrag vom 27.04.2021

Gib bei Textilien die Faserzusammensetzung im Angebot an und nutze die offiziellen Faserbezeichnungen.

Gesetz

Nach Art. 16 der EU-Textilkennzeichnungsverordnung muss die Faserzusammensetzung bereits im Online-Angebot sichtbar sein, also vor Vertragsschluss. Das eingenähte Etikett in der Lieferung genügt nicht. Die Zusammensetzung darfst du nur mit den Bezeichnungen aus Anhang I angeben. Ein Markenname wie „Lycra“ oder die US-Bezeichnung „Spandex“ ersetzt die offizielle Bezeichnung nicht, er darf allenfalls unmittelbar daneben stehen. Auch bei korrekten Prozentangaben ist die Kennzeichnung fehlerhaft, wenn die Faserbezeichnung nicht aus Anhang I stammt.

So besser nicht
95 % Baumwolle, 5 % Lycra
So
95 % Baumwolle, 5 % Elasthan
Quelle: Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 Art. 5, Art. 16 und Anhang I · Bußgeld: Paragraf 12 Textilkennzeichnungsgesetz · it-recht-kanzlei.de Einordnung:

Hinterlege alle EPR-Nummern in Seller Central und prüfe vor jedem neuen Marktplatz, welche im Zielland zusätzlich nötig sind.

Gesetz

Für Verpackungen brauchst du die LUCID-Nummer aus dem Verpackungsregister, für Elektro- und Elektronikgeräte die WEEE-Registrierungsnummer nach Paragraf 6 ElektroG. Seit dem 01.07.2022 darf ein Marktplatzbetreiber das Anbieten systembeteiligungspflichtiger Verpackungen nicht mehr ermöglichen, solange der Hersteller nicht registriert ist. Amazon erfüllt damit eine eigene gesetzliche Pflicht und blockiert entsprechend. Ein Support-Case ändert daran nichts, freigeschaltet wird das Angebot erst mit der Nummer. Und die Registrierungen gelten jeweils nur für ein Land.

Quelle: VerpackG (Pflichten der Marktplatzbetreiber seit 01.07.2022) · Paragraf 6 ElektroG · ohn.haendlerbund.de Einordnung:

Ersetze alte Textbausteine zu Batterien vollständig, statt sie nur zu ergänzen.

Gesetz

Seit dem 18.08.2025 gelten erweiterte Informationspflichten für Batterien und batteriehaltige Geräte. Verlangt werden Angaben zur Abfallvermeidung, zur getrennten Sammlung und Behandlung von Altbatterien, Sicherheitshinweise und Angaben zu den Umweltauswirkungen gefährlicher Stoffe. Für den Fernabsatz verweist Paragraf 24 Abs. 3 BattDG zusätzlich auf Artikel 74 Abs. 4 und 5 der Batterieverordnung. Dazu gehört, die Kosten der erweiterten Herstellerverantwortung gegenüber dem Endnutzer gesondert auszuweisen. Unter der alten Batterierichtlinie war genau das untersagt. Wer ein altes Template weiterverwendet, kann deshalb heute das Gegenteil des Vorgeschriebenen im Listing stehen haben.

Quelle: Verordnung (EU) 2023/1542 Art. 74, insbesondere Abs. 5 · BattDG (Ausfertigung 30.09.2025, in Kraft seit 07.10.2025) Paragraf 24 Abs. 3 · frühere Rechtslage: Richtlinie 2006/66/EG Art. 16 Abs. 4 · it-recht-kanzlei.de Einordnung:

Prüfe jede Wirkungsaussage zu Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln im EU-Register und übernimm den zugelassenen Wortlaut.

Gesetz

Die Health-Claims-Verordnung dreht die übliche Logik um: Erlaubt ist nur, was ausdrücklich zugelassen ist. Alles andere ist verboten, auch wenn es stimmt. Aussagen über Heilung oder Linderung von Krankheiten sind unzulässig. Zulässig sind allein die ausdrücklich zugelassenen Angaben über die Verringerung eines Krankheitsrisikos, und zwar nur im genehmigten Wortlaut. Die Verordnung gilt als Marktverhaltensregel nach Paragraf 3a UWG, jeder Mitbewerber kann dich also unmittelbar abmahnen. Dass dein Lieferant eine Aussage auf die Verpackung druckt, ist keine Verteidigung: Für den Text im Listing haftest du.

Quelle: Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, insbesondere Art. 10 und Art. 14 · Verordnung (EU) Nr. 432/2012 (Gemeinschaftsliste) · haendlerbund.de Einordnung:

Nenne bei jeder Werbung mit einem Testergebnis die Fundstelle, und zwar leicht auffindbar.

Praxis

Werbung mit Testergebnissen ist nur zulässig, wenn Quelle und Fundstelle des Tests leicht erkennbar und auffindbar angegeben sind. Ist die Fundstelle nicht leicht erkennbar, behandeln die Gerichte das so, als würde sie ganz fehlen. Das gilt auch dann, wenn du das Testurteil nicht selbst bewirbst, sondern das Siegel nur auf dem abgebildeten Produkt zu sehen ist. Das Siegel selbst ist meist markenrechtlich geschützt und darf nur mit Lizenz genutzt werden.

Quelle: Rechtsprechung, unter anderem OLG Köln vom 10.07.2020 · it-recht-kanzlei.de Einordnung: und https://www.ratgeberrecht.eu/wettbewerbsrecht-aktuell/pflicht-der-fundstellenangabe-bei-testsiegeln.html

Durchsuche jetzt alle Listings nach Umweltvokabular und ersetze allgemeine Aussagen durch messbare Eigenschaften.

Gesetz

Ab dem 27.09.2026 gelten die Regeln der EmpCo-Richtlinie. Die deutsche Umsetzung im UWG ist beschlossen. Allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „klimaneutral“ oder „nachhaltig“ sind dann nur noch zulässig, wenn du für das Produkt eine anerkannte hervorragende Umweltleistung nachweisen kannst. Unzulässig werden außerdem Aussagen, die allein auf Kompensation beruhen, selbst entwickelte Siegel ohne unabhängige Zertifizierung und Zukunftsziele ohne überprüfbaren und überwachten Umsetzungsplan. Die Verbote wandern in die schwarze Liste des UWG und wirken damit ohne Abwägung im Einzelfall.

So besser nicht
Nachhaltig und klimaneutral produziert
So
Außenmaterial aus 80 % recyceltem Polyester (GRS-zertifiziert, Zertifikatsnummer im Produktdatenblatt)
Quelle: Richtlinie (EU) 2024/825 (ändert Anhang I der Richtlinie 2005/29/EG), anwendbar ab 27.09.2026 · boehmert.de zum Stand der deutschen Umsetzung:

Kennzeichne fotorealistische KI-Bilder, die eine echte Szene vortäuschen. Erkennbar künstliche Illustrationen dagegen nicht.

Gesetz

Ab dem 02.08.2026 gelten die Transparenzpflichten aus Art. 50 der KI-Verordnung. Eine generelle Kennzeichnungspflicht für alle KI-Inhalte besteht nicht. Für dich als Betreiber greift die sichtbare Pflicht bei Deepfakes im Sinne von Art. 3 Nr. 60, also bei Darstellungen, die realen Personen, Gegenständen, Orten oder Ereignissen ähneln und fälschlich als echt erscheinen können. Maßgeblich ist nicht der KI-Einsatz, sondern der Echtheitseindruck. KI-generierte Produkttexte sind in der Unternehmenswerbung grundsätzlich nicht erfasst. Als Faustregel gilt: Je fotorealistischer das Bild, desto eher ist es kennzeichnungspflichtig. Der Hinweis muss spätestens bei der ersten Wahrnehmung des Inhalts klar erkennbar sein, ein Hinweis in AGB oder Fußnoten genügt nicht.

Quelle: Verordnung (EU) 2024/1689 Art. 50, Art. 3 Nr. 60, Art. 99 Abs. 4 lit. g, Art. 113 · it-recht-kanzlei.de Einordnung: (Beitrag vom 26.06.2026

Prüfe KI-Bilder zusätzlich auf falsch dargestellte Produkteigenschaften. Eine Kennzeichnung heilt keine Irreführung.

Gesetz

Unabhängig von der KI-Verordnung bleibt Paragraf 5 UWG bestehen. Wer per KI Farben, Größen oder mitgeliefertes Zubehör erfindet, täuscht über wesentliche Merkmale der Ware. Das ist irreführend, ganz gleich ob KI im Spiel war. Reine technische Optimierung wie Belichtung und Schärfe ist unkritisch, die Veränderung des Aussagegehalts ist es nicht.

So besser nicht
Das KI-Bild zeigt das Handtuch in einem kräftigeren Blau, als geliefert wird.
So
Das Foto des echten Handtuchs, nur in Belichtung und Schärfe optimiert.
Quelle: Paragraf 5 Abs. 1 und Abs. 2 Nr. 1 UWG · it-recht-kanzlei.de Einordnung:
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Der Wochen-Rundgang: die Fehler, die dir keiner meldet

Die teuersten Listing-Fehler melden sich nicht von selbst: Sie lösen keine Kontowarnung aus und fallen erst am Umsatz auf, wenn du nicht gezielt nachsiehst.

Warum Amazon das interessiert

Vier Fehler haben etwas gemeinsam: die Suchunterdrückung, ein überschriebener Titel, ein verschwundener Kaufknopf und ein nicht indexiertes Keyword. Keiner davon erzeugt zwangsläufig eine Warnung in deinem Konto. Auf eine Benachrichtigung kannst du dich also nicht verlassen. Wenn du weißt, wohin du schaust, ist der Rundgang schnell erledigt.

Der Rundgang, sechs Punkte

Zum Abhaken. Die Haken bleiben nur, solange die Seite offen ist.
0 von 6 erledigt · rund 23 Minuten pro Woche

Schau jede Woche in Seller Central unter Bestand, Bestand verwalten in die Ansicht für suchunterdrückte und inaktive Angebote.

Praxis

Bei einer Suchunterdrückung bleibt dein Angebot aktiv, verschwindet aber aus dem Suchindex. Eine aktive Benachrichtigung darüber bekommst du nicht zwangsläufig. Verlässlich ist nur, dass Amazon die betroffenen Angebote in dieser eigenen Ansicht auflistet. Ein Großteil des organischen Traffics läuft über die Suchleiste: Der Umsatz fällt, ohne dass im Konto eine Verstoßmeldung erscheint. Das Fehlerfeld in dieser Ansicht nennt dir den konkreten Auslöser.

So besser nicht
Dein Spannbettlaken verkauft sich seit Tagen kaum noch. Im Konto steht keine Warnung, also suchst du den Fehler zuerst in der Werbung.
So
Du öffnest die Ansicht für suchunterdrückte Angebote. Dort steht das Spannbettlaken, samt Fehlerfeld mit dem Auslöser.
Quelle: myamazonguy.com Dienstleisterblog, geprüft am 30.07.2026

Sichere Kopien aller Titel deines Katalogs und kontrolliere den Änderungsverlauf.

Amazon

Amazon schreibt, Titel über 75 Zeichen würden „nach und nach auf die KI-Empfehlung aktualisiert“, die Angebote blieben dabei aktiv. Markeninhaber haben vor der Umsetzung 14 Tage Zeit, die Empfehlung zu prüfen. Wer diese Nachricht übersieht, merkt den umgeschriebenen Titel erst am Rankingverlust. Ohne gesicherte Ausgangsfassung kannst du den Verlust nicht zuordnen und nicht gezielt nachsteuern.

So besser nicht
Dein Handtuch-Set rutscht im Ranking ab. Wie der Titel vorher aussah, weißt du nicht mehr.
So
Du hast eine Kopie aller Titel und siehst im Vergleich, welche Wörter aus dem Titel deines Handtuch-Sets verschwunden sind.
Quelle: sellercentral.amazon.de Ankündigung im deutschen Seller-Central-Forum, Rubrik Neuigkeiten und Ankündigungen: (Wortlaut geprüft am 30.07.2026

Sieh dir deine wichtigsten ASINs einmal pro Woche ausgeloggt im Browser an.

Praxis

Nur so siehst du, was dein Kunde sieht: ob der Kaufknopf da ist, ob alle Bilder ausgeliefert werden, ob die GPSR-Angaben wirklich auf der Live-Detailseite stehen und ob dort, wo früher ein abgeschaltetes Modul war, jetzt eine Lücke klafft. Der A+ Content Manager und die Angebotsübersicht zeigen dir das nicht zuverlässig.

So besser nicht
Im A+ Content Manager sieht dein Modul vollständig aus, also gehst du davon aus, dass es auf der Detailseite steht.
So
Du rufst die ASIN ausgeloggt im Browser auf und siehst an der Stelle des Moduls eine leere Fläche.
Quelle: Praktiker-Konsens, kein Einzelbeleg

Prüfe deine wichtigsten 10 bis 20 Keywords per ASIN-Test: pro Quartal, nach jeder Listing-Änderung, nach der Titelumstellung.

Praxis

Hat Amazon deinen Titel gekürzt oder umgeschrieben, sind Keywords weggefallen. Der ASIN-Test misst reine Indexierung, unabhängig vom Wettbewerb, und beantwortet die Frage damit klar mit Ja oder Nein. Nach der Titelumstellung ist er deshalb besonders dringend.

So besser nicht
Du tippst dein Keyword in die Suche, findest dein Bettlaken nicht auf Seite 1 und schließt daraus, es sei nicht indexiert.
So
Du machst den ASIN-Test. Er sagt dir unabhängig vom Wettbewerb, ob das Keyword indexiert ist.
Quelle: Praktiker-Konsens, kein Einzelbeleg

Diagnostiziere in dieser Reihenfolge: Kaufknopf, Preis, Verfügbarkeit, Kontokennzahlen. Erst danach die Keywords.

Praxis

Bricht das Ranking ein, ohne dass du am Listing etwas geändert hast, liegt die Ursache selten im Text. Fehlt der Kaufknopf, fällt die Conversion, mit der Conversion fällt die Platzierung, und in aller Regel laufen deine Sponsored-Products-Anzeigen dann auch nicht mehr. So wird aus einem Preis- oder Kontoproblem binnen Tagen ein Ranking-Problem.

So besser nicht
Dein Bettwäsche-Set rutscht ab, also schreibst du noch am selben Abend neue Keywords in den Titel.
So
Du prüfst der Reihe nach: Kaufknopf da, Preis in Ordnung, Ware verfügbar, Kontokennzahlen sauber. Erst dann schaust du auf die Keywords.
Quelle: bellavix.com Agenturblog, geprüft am 30.07.2026

Nutze bei Amazon-Angaben immer die deutsche Fassung und prüfe Neuerungen in deinem eigenen Konto nach.

Praxis

Ein großer Teil der kursierenden Amazon-Regeln stammt aus US-Quellen, die keinen Marktplatz nennen. Manches gilt bisher nur für amazon.com, etwa die Umbenennung des KI-Assistenten: In den USA heißt er seit Mai 2026 Alexa for Shopping, in Deutschland weiter Rufus. Anderes gilt sehr wohl auch hier, das Ende des variantenübergreifenden Rezensions-Teilens etwa hat Amazon im deutschen Seller Central angekündigt. Sieh also im deutschen Seller Central nach, ob und ab wann eine Neuerung für dich gilt.

So besser nicht
Du liest in einem US-Blog von einer Änderung und baust die Varianten deiner Handtücher daraufhin um.
So
Du prüfst die Angabe im deutschen Seller Central und handelst erst, wenn dort steht, dass sie für amazon.de gilt.
Quelle: valuezon.de DE-Status des Assistenten: · sellercentral.amazon.de DE-Ankündigung zum Rezensions-Teilen: (beide geprüft am 30.07.2026

45 Irrtümer, die sich hartnäckig halten

Fast jeder davon steht heute noch in Ratgebern, die gut ranken. Ein paar waren einmal richtig und sind es seit einer Amazon-Änderung nicht mehr. Zum Aufklappen.

Ranking und Sichtbarkeit 7

Amazon rankt nach dem A10-Algorithmus, und ich kann gezielt für ihn optimieren.

Für einen Algorithmus namens A10 gibt es keine Amazon-Quelle. Der Name taucht nur in Beiträgen von Dienstleistern auf. A9 ist ebenfalls kein Algorithmusname: A9.com war eine Tochtergesellschaft von Amazon, die an Suchtechnologie gearbeitet hat. Dass sie die Suche von amazon.de gebaut hat, belegt die Amazon-Pressemitteilung von 2004 nicht. Eine Amazon-Community-Managerin hat im offiziellen Seller-Forum geschrieben, dass Amazon keine Informationen und keine Dokumentation zu seinen Such- und Discovery-Algorithmen veröffentlicht. Das ist ein Forenbeitrag, keine Hilfeseite, aber die klarste öffentlich nachlesbare Aussage dazu. Amazon beschreibt die eigene Produktsuche in Fachveröffentlichungen zudem als Zusammenspiel mehrerer Verfahren für Matching und Ranking, nicht als einen einzelnen versionierten Algorithmus. Wenn du eine Beobachtung hast, nenn sie Beobachtung und nicht Algorithmus.

Quelle: sellercentral.amazon.com Forenbeitrag: · press.aboutamazon.com Amazon-Pressemitteilung zu A9.com, 2004: · amazon.science Sorokina und Cantú-Paz, „Amazon Search: The Joy of Ranking Products“, SIGIR 2016: (Stand 2016, keine Aussage über den heutigen Aufbau
Wenn ich genug Werbung schalte, zieht das mein organisches Ranking mit nach oben.

Die Frage ist offen, und die Fachbeiträge widersprechen sich deutlich. Die eine Seite hält Kannibalisierung für den Ausnahmefall, die andere sieht einen starken Ranking-Effekt von Anzeigen. Eine Amazon-Quelle, die den Zusammenhang beschreibt, gibt es nicht. Nachvollziehbar ist nur der Weg über den Verkauf, den die Anzeige auslöst, und auch nur dann, wenn er zusätzlich ist. Bei Keywords, auf denen du organisch schon vorne stehst, ersetzt der bezahlte Klick überwiegend einen kostenlosen. Prüf das an deinen eigenen Zahlen, statt dich auf eine der beiden Seiten zu verlassen.

Quelle: m19.com · sellerapp.com Gegenposition:
Wenn ich Besucher von Google, Instagram oder TikTok auf mein Listing schicke, belohnt Amazon das direkt im Ranking.

Kein Amazon-Dokument nennt externen Traffic als Ranking-Faktor. Plausibel ist nur der indirekte Weg über Sitzungen und Verkäufe. Der Haken wird selten mitgesagt: Externer Traffic konvertiert oft schlechter als der Suchtraffic innerhalb von Amazon. Er kann damit genau das Signal verschlechtern, das du verbessern wolltest.

Quelle: kein Amazon-Beleg auffindbar
Die Suchergebnisliste zeigt einfach die relevantesten Produkte. Wer gut optimiert, kommt organisch nach oben.

Das stimmt nur zum Teil. Ein Teil der Fläche auf Seite 1 ist Werbefläche und organisch nicht erreichbar. Wie groß dieser Anteil ist, entscheidet Amazon geschäftspolitisch, es ist keine algorithmische Konstante. Die FTC und 17 Bundesstaaten werfen Amazon in ihrer Klage vom 26.09.2023 zusätzlich vor, bewusst schlechter passende Anzeigen eingeblendet zu haben. Amazon widerspricht. Es sind Vorwürfe, keine gerichtlich festgestellten Tatsachen, und sie betreffen den US-Markt. Miss deinen Erfolg deshalb an der Position innerhalb der organischen Treffer, nicht am Platz auf dem Bildschirm.

Quelle: FTC und 17 Bundesstaaten gegen Amazon.com Inc., W.D. Wash., Az. 2:23-cv-01495, eingereicht am 26.09.2023, weniger geschwärzte Fassung November 2023 · ftc.gov Pressemitteilung der FTC:
Das Angebotsfeld bekommt, wer den niedrigsten Preis hat.

Amazon nennt mehrere Kriterien nebeneinander: wettbewerbsfähiger Preis, Liefergeschwindigkeit und Leistung. Eine Gewichtung veröffentlicht Amazon nicht, und berücksichtigt zu werden garantiert dir die Auswahl nicht. Teurere Angebote mit schnellerer Lieferung können den Platz also gewinnen. Dass dabei der Endpreis aus Artikelpreis und Versand zählt und nicht der Artikelpreis allein, steht nicht in Amazons Ankündigung, sondern in Fachbeiträgen. Vergleich deinen Preis trotzdem als Endpreis. Sonst siehst du in der Liste günstig aus und wirst beim Endpreis teurer bewertet.

Quelle: sellercentral.amazon.com Amazon-Ankündigung im Seller-Forum, ohne Login lesbar · repricer.com zum Endpreis: (Dienstleisterblog
Seit die Eignungsprüfung im Juli 2026 weggefallen ist, spielt meine Verkäuferleistung fürs Angebotsfeld keine Rolle mehr.

Das ist die genaue Umkehrung dessen, was Amazon geschrieben hat. Amazon betont ausdrücklich, die Auswahl des Angebotsfelds nicht zu ändern und weiter nach Preis, Liefergeschwindigkeit und Leistung auszuwählen. Weggefallen ist nur die vorgeschaltete Ja/Nein-Prüfung, die bisher ein klares Signal war. Wie deine Angebote stehen, siehst du danach vor allem am Verlauf deines Angebotsfeld-Prozentsatzes im Business-Bericht „Detailseite Verkäufe und Traffic“. Ein einzelner Wert sagt dazu wenig.

Quelle: sellercentral.amazon.com Amazon-Ankündigung im Seller-Forum, ohne Login lesbar
Wenn eines meiner Listings unterdrückt wird, ist mein Konto in Gefahr.

Suchunterdrückung und Kontoverstöße sind zwei verschiedene Dinge. Bei einer Unterdrückung bleibt dein Angebot aktiv, verschwindet aber aus dem Suchindex. Eine aktive Benachrichtigung darüber bekommst du nicht zwangsläufig, und eine Verstoßmeldung im Konto erscheint dabei in der Regel nicht. Unsichtbar ist der Fehler trotzdem nicht: Amazon listet die betroffenen Angebote in Seller Central unter Bestand, Bestand verwalten in einer eigenen Ansicht auf, samt Fehlerfeld mit dem Auslöser. Wer dort nicht nachsieht, merkt es unter Umständen erst am Umsatz.

Quelle: myamazonguy.com Dienstleisterblog

Titel und die 75-Zeichen-Umstellung 5

Mein Titel darf 200 Zeichen haben, also nutze ich sie voll aus.

Das ist veraltet. Seit dem 27.07.2026 gilt in allen Kategorien außer Medien ein Limit von 75 Zeichen inklusive Leerzeichen. Die 200 Zeichen wurden im Januar 2025 eingeführt und galten bis Juli 2026. Längere Titel können nach und nach durch einen KI-Vorschlag ersetzt werden. Markeninhaber haben davor 14 Tage Prüfzeit. Achtung: Amazons eigene öffentliche SEO-Seite nennt bis heute das alte 200-Zeichen-Limit. Maßgeblich ist die Ankündigung vom 10.06.2026 im deutschen Seller Central.

Quelle: sellercentral.amazon.de · sell.amazon.com veraltete Gegenseite:
Die 75-Zeichen-Regel gilt nur für amazon.com, meine deutschen Listings sind nicht betroffen.

Amazon hat die Ankündigung im deutschen Seller-Central-Forum veröffentlicht. Damit gilt sie auch für amazon.de. Onlinehändler News vom Händlerbund berichtet dasselbe für die europäischen Marktplätze.

Wer nicht rechtzeitig kürzt, dessen Listing wird gesperrt.

Amazon schreibt, dass die Angebote während des Prozesses aktiv bleiben. Ersetzt wird der Titel, nicht das Angebot. Eine Entwarnung ist das nicht: Zu Sanktionen sagt die Ankündigung nichts, und mehrere Fachquellen nennen zusätzlich das Risiko, dass zu lange Titel schlechter ausgespielt werden. Für dich ist der Vorgang vor allem unauffälliger als eine Sperre. Markeninhaber sehen den Vorschlag 14 Tage vorher. Wer diese Nachricht übersieht, merkt den neuen Titel erst am Rankingverlust.

Ich kann meinen 200-Zeichen-Titel einfach bei 75 abschneiden.

Abschneiden kostet dich genau den Teil, der dich unterscheidet. Vorne im alten Titel stehen Marke und generischer Produkttyp. Hinten stehen typischerweise die Merkmale, die dich von der Konkurrenz abheben, und die Nischen-Keywords. Wer mechanisch bei Zeichen 75 abschneidet, behält den austauschbaren Teil und verliert das Kaufargument. Schreib den Titel deshalb neu, statt ihn zu kürzen.

Umlaute vermeide ich im Titel lieber, die zählen doppelt.

Das ist eine Verwechslung mit den Backend-Suchbegriffen. Dort wird in Bytes gezählt, deshalb belegen ä, ö und ü dort zwei Bytes. Für den Titel formuliert Amazon das Limit als 75 Zeichen einschließlich Leerzeichen. Ein ä zählt dort also genauso als ein Zeichen wie ein a. Wer aus alter Backend-Gewohnheit „Kuechenmaschine“ in den Titel schreibt, verschenkt Platz, ohne dafür etwas zu gewinnen.

Backend-Suchbegriffe und versteckte Felder 6

Backend-Suchbegriffe trenne ich mit Kommas und wiederhole dort meine wichtigsten Titel-Keywords.

Beides passt nicht. Amazons öffentlicher Verkäufer-Blog schreibt, Wörter nur mit Leerzeichen zu trennen, und stellt dir die Kleinschreibung frei. Dasselbe Feld beschreibt Amazon als Überlauf für Begriffe, die sonst nirgends auf der Produktseite unterkommen, und rät davon ab, Angaben zu wiederholen, die schon in Titel, Marke oder Bullets stehen. Welche Wirkung eine Wiederholung auf das Ranking hätte, sagt Amazon nicht. Das Argument liegt woanders: Jedes Byte, das du für eine Wiederholung verbrauchst, fehlt dir für ein Synonym, das noch nirgends steht.

Quelle: sell.amazon.com Amazons eigene Verkäuferseite, ohne Login abrufbar · sellercentral.amazon.com ergänzend Amazon-Mitarbeiterin im öffentlichen Forum:
Das Backend-Keyword-Feld wurde auf 500 Zeichen erweitert, da passt jetzt deutlich mehr rein.

Das ist unbestätigt. Der Händlerbund berichtete 2024 von einer Erweiterung, schon die Kommentare unter dem Artikel bezweifelten sie. Amazon selbst nennt öffentlich drei verschiedene Zahlen: 250 Bytes im US-Verkäuferforum, 249 Bytes im europäischen Forum und 200 Bytes in einer Antwort zum Flatfile-Fehler 97779. Amazon widerspricht sich hier also selbst. Was bei einer Überschreitung genau passiert, sagt keine dieser Quellen. Wer deutlich darunter bleibt, muss die Frage gar nicht erst klären.

Quelle: sellercentral.amazon.com 250 Bytes: · sellercentral-europe.amazon.com 249 Bytes: · sellercentral.amazon.com 200 Bytes (Fehler 97779): · ohn.haendlerbund.de Gegenmeldung:
Platinum Keywords sind ein versteckter Ranking-Hebel, den kaum jemand kennt.

Für eine Hebelwirkung gibt es keinen Beleg. Das Feld stammt aus dem alten Programm für Platinum-Merchants und taucht in manchen Kategorie-Templates noch auf. Amazons Attributtabelle führt zwei getrennte Spalten, „Durch Suche indiziert?“ und „Von Durchsuchen verwendet?“, und ist nur mit Verkäuferkonto einsehbar. Dass das Feld ganz ohne Funktion ist, behaupten übereinstimmend mehrere Dienstleisterblogs. Eine Amazon-Quelle dafür gibt es nicht. Praktisch heißt das: Priorisiere es zuletzt, hinter den Pflicht- und Filterfeldern deiner Kategorie.

Quelle: Amazon Seller Central Hilfe, Erklärung zu Suchbegriffsattributen (G-ID GF2C2L6RCFZGWBXC, nur nach Login erreichbar) · epinium.com Blogeinordnung:
Zielgruppe und Sonstige Attribute sind kostenloser Extra-Platz für Keywords, den kaum jemand nutzt.

Kostenloser Ranking-Platz sind sie nicht. Amazons Attributtabelle führt target_audience_keywords und thesaurus_attribute_keywords nicht als durch die Suche indexiert. Sie führt aber eine zweite Spalte, „Von Durchsuchen verwendet?“. Nicht suchindexiert heißt also nicht wirkungslos. Ob und wann Amazon die Felder abschafft, sagt keine öffentlich prüfbare Quelle. Die Tabelle selbst ist nur mit Verkäuferkonto einsehbar. Deine Zeit ist in den Pflicht- und Filterfeldern deiner Kategorie besser angelegt.

Quelle: Amazon Seller Central Hilfe, Erklärung zu Suchbegriffsattributen (G-ID GF2C2L6RCFZGWBXC, Login erforderlich)
Häufige Tippfehler schreibe ich ins Backend, dann fange ich die Kunden ab, die sich vertippen.

Amazon hält Rechtschreibfehler für überflüssig. Der öffentlich auffindbare deutsche Wortlaut lautet: „Fügen Sie Schreibvarianten ein. Rechtschreibfehler sind nicht notwendig.“ Schreibvarianten sind also erwünscht, absichtliche Tippfehler nicht. Sie kosten dich nur Bytes, die dir für ein Synonym fehlen.

Quelle: sellercentral.amazon.de Deutscher Wortlaut, von einem Verkäufer im öffentlichen Amazon-Forum aus der Amazon-Hilfe zitiert: · die Hilfeseite selbst (G23501) steht hinter dem Login
Singular und Plural trage ich beide ein, damit ich beide Suchanfragen abdecke.

Amazon schreibt: „Verwenden Sie entweder Singular oder Plural. Es ist nicht nötig, beide Formen einzutragen.“ Amazon erkennt die Wortformen also selbst. Die zweite Form kostet dich Bytes, die dir für ein echtes Synonym fehlen.

Quelle: sellercentral.amazon.de Deutscher Wortlaut, von einem Verkäufer im öffentlichen Amazon-Forum aus der Amazon-Hilfe zitiert: · die Hilfeseite selbst (G23501) steht hinter dem Login

Bulletpoints und Produktbeschreibung 4

Meine Bulletpoints dürfen 500 Zeichen lang sein.

Amazons Anforderungen für Aufzählungspunkte nennen mehr als 10 und weniger als 255 Zeichen je Bullet, in einzelnen Kategorien weniger. Berichtet werden dort 150 Zeichen. Wo die 500 Zeichen herkommen, ist offen: Keine der geprüften Quellen nennt diesen Wert, weder als Richtlinie noch als Feldlänge. Verstöße gegen die Anforderungen können dazu führen, dass Amazon einen Bullet ändert oder entfernt. Welcher Wert für dich gilt, steht im Style Guide deiner Kategorie.

Quelle: ecomengine.com · amalytix.com beide geben Amazons Anforderungen wieder, keine Amazon-Seite
Bulletpoints werden immer vollständig indexiert, da kann ich beliebig viele Keywords unterbringen.

Amazons Suchglossar sagt das Gegenteil: Aufzählungspunkte werden nicht immer von der Amazon-Suche indiziert, aber immer vollständig auf der Detailseite angezeigt. Angezeigt und indexiert sind zwei verschiedene Dinge. Deine wichtigsten Begriffe gehören deshalb nach vorne.

Quelle: Amazon Seller Central Hilfe, Glossar für die Amazon Suche (Login erforderlich)
HTML in der Produktbeschreibung ist erlaubt, bei manchen Listings werden Fett-Tags ja noch angezeigt.

Amazon.de hat über das offizielle Forumskonto News_Amazon angekündigt, dass nach dem 8. Juni 2021 keine HTML-Tags auf Detailseiten mehr unterstützt werden. Zeilen mit HTML-Tag werden entfernt oder ohne Formatierung dargestellt. Die Ankündigung ist ohne Login lesbar. Dass Fett-Tags bei einzelnen alten Listings noch wirken, ändert daran nichts. Schreib die Beschreibung als reinen Fließtext in kurzen Absätzen.

Quelle: sellercentral.amazon.de offizielle Ankündigung von News_Amazon, 19.04.2021
Mein A+ Content läuft, das Beschreibungsfeld kann ich leer lassen.

A+ überdeckt die Beschreibung nur optisch. Ein Amazon-Mitarbeiter bestätigt im öffentlich lesbaren Seller-Forum, dass das Feld in Seller Central erhalten bleibt. Ob Amazon die Beschreibung als Pflichtfeld führt, hängt an Kategorie und Vorlage und ist öffentlich nicht nachprüfbar. Ob der überdeckte Text weiter indexiert wird, ebenso wenig. Beides ist offen, und genau deshalb ist die Rechnung einfach: Gefüllt zu lassen kostet dich nichts, und du behältst eine Rückfallebene, falls A+ abgelehnt oder wieder entfernt wird.

Quelle: sellercentral.amazon.com Antwort von Danny_Amazon, ohne Login lesbar

A+ Content, Marke und Brand Registry 6

A+ Content wird für die Amazon-Suche indexiert, dort bringe ich noch einmal Keywords unter.

Das ist nicht belegbar. Kein öffentliches Amazon-Dokument benennt den A+ Fließtext als Ranking-Faktor. Die meistzitierte Gegenquelle enthält keinen kontrollierten Test und keine A/B-Daten und räumt selbst ein, dass es dazu keinen Amazon-Hilfeartikel gibt. Behandle A+ deshalb als Instrument für die Darstellung der Detailseite, nicht als Keyword-Feld. Und verschieb nie ein rankendes Keyword aus Titel oder Bullets in den A+ Text.

Quelle: myamazonguy.com Dienstleisterblog, Behauptung ohne Test, 14.03.2025
Premium A+ Content kostet Geld oder gibt es erst ab 5 Millionen Dollar Jahresumsatz.

Amazon schreibt selbst, A+ Content sei kostenlos für berechtigte Verkäufer. Eine einzelne, mehrfach weitergereichte Fachmeldung berichtet zudem, Premium A+ sei Ende Mai 2026 breit freigeschaltet worden. Eine Amazon-Ankündigung dazu gibt es nicht, und ob die Änderung amazon.de erreicht hat, sagt keine Quelle. Sieh im A+ Content Manager nach, ob die Premium-Module auswählbar sind. Das ist hier die einzige belastbare Prüfung.

A+ Content kann nur anlegen, wem die Marke gehört.

Im Brand Registry gibt es eine ausdrückliche Reseller-Rolle für autorisierte Drittanbieter. Sie berechtigt zu A+ Content, Brand Stores und Sponsored Brands, nur nicht zu Brand Analytics. Voraussetzung ist, dass der Markeninhaber dir die Rolle zuweist. Ihn kostet das nichts.

Ich muss warten, bis meine Marke eingetragen ist, vorher geht kein A+ Content.

Über Amazons IP Accelerator kannst du dich schon unmittelbar nach Einreichung der Markenanmeldung im Brand Registry registrieren. Amazon nennt für Deutschland verhandelte Höchstgebühren von 360 Euro (DPMA) beziehungsweise 540 Euro (EUIPO) für die Anmeldung durch eine Partnerkanzlei und erhebt selbst keine Gebühr. Die Amtsgebühren kommen hinzu.

A+ Content erstelle ich einmal, dann ist er fertig.

Seit dem 22.02.2026 bewertet Amazons Content Quality Analysis (Beta) veröffentlichte A+ Seiten wöchentlich. Geprüft werden Lesbarkeit, Informationsvollständigkeit, visuelle Darstellung und Conversion-Wirksamkeit, das Ergebnis lautet „Needs Improvement“ oder „Meets Standards“. Die Freigabe bei der Veröffentlichung ist damit nicht mehr das Ende der Prüfung.

Quelle: ppc.land zitiert Amazons Dashboard-Wortlaut
Amazon Posts ist ein guter kostenloser Kanal für Markenreichweite.

Amazon Posts wurde eingestellt. Seit Juni 2025 lassen sich keine neuen Posts mehr erstellen, im Juli 2025 lief das Programm aus. Amazon verweist als Ersatz auf Brand Stores und Amazon Live. Wenn ein Ratgeber 2026 noch Posts empfiehlt, wird er nicht gepflegt. Prüfe alles andere darin ebenfalls.

Produktbilder 6

Keywords im Bilddateinamen verbessern mein Ranking.

Bei Amazon ist der Dateiname ein Zuordnungsschlüssel aus Produktidentifier, Variantencode und Endung. Ihn liest der Routing-Mechanismus des Massenuploads, nicht die Suche. Zusätzliche Zeichen können die Erkennung stören. Beim Einzelupload über die Weboberfläche ist der Dateiname ohnehin beliebig. Das ist eine Google-Bilder-Regel, übertragen auf eine Plattform, die anders funktioniert.

Quelle: amalytix.com
Meine Produktbilder müssen mindestens 1.600 x 1.600 Pixel groß sein, sonst lehnt Amazon sie ab.

Hier werden drei Schwellen vermischt. Amazon nennt auf der eigenen Verkäuferseite 500 bis 10.000 Pixel an der längsten Seite und empfiehlt für die Zoomfunktion Bilder mit mehr als 1.000 Pixeln je Seite. Die 1.600 Pixel geben Drittquellen als Amazons Optimum-Empfehlung wieder. Ein Bild mit 1.200 px wird nicht abgelehnt. Mit 2.000 x 2.000 px umgehst du den Streit vollständig.

Quelle: sell.amazon.com Amazon, US-Verkäuferseite, öffentlich
Ein leicht cremeweißer Hintergrund ist in Ordnung, das sieht der Kunde ohnehin nicht.

Amazon verlangt reines Weiß mit RGB 255, 255, 255 und nennt keine Toleranz. Die häufigsten unbemerkten Ursachen sind weiche, halbtransparente Freistellkanten sowie fehlende oder falsche Farbprofile beim Export, die das Weiß verschieben.

KI-generierte Produktbilder sind auf Amazon verboten.

Amazon untersagt KI-Bearbeitung nicht. Entscheidend ist, dass das Bild das tatsächlich gelieferte Produkt korrekt darstellt und die Regeln für das Hauptbild einhält. Neu ist seit Ende Juli 2026 nur die Kennzeichnungspflicht für fotorealistische KI-Personen über das Metadaten-Schlüsselwort contains-synthetic-performer.

Ab August 2026 muss ich alles kennzeichnen, was ich mit KI erstellt habe: Bilder, Texte, Beschreibungen.

So pauschal ist das in zwei Richtungen falsch. Amazons eigene Pflicht betrifft ausschließlich Bilder und Videos mit fotorealistischen, vollständig KI-generierten Personen. Und Art. 50 der KI-Verordnung begründet keine allgemeine Kennzeichnungspflicht. Für Händler greift die sichtbare Pflicht nur bei Deepfakes, also bei Darstellungen, die realen Personen, Gegenständen oder Orten ähneln und fälschlich als echt erscheinen können. KI-generierte Produkttexte sind in der Unternehmenswerbung grundsätzlich nicht erfasst.

Ein Modell im Hauptbild ist bei Amazon grundsätzlich verboten.

Die Regel hängt von der Kategorie ab und ist teilweise sogar umgekehrt. Nach Amazons Bekleidungs-Styleguide soll das Hauptbild bei Damen- und Herrenbekleidung das Produkt an einem menschlichen Modell zeigen, weil sich die Passform sonst nicht beurteilen lässt. Bei Kinder- und Babybekleidung wird flach liegend fotografiert. Bei Bekleidungs-Accessoires darf kein Teil einer Schaufensterpuppe sichtbar sein. Ein Hinweis: Der zugrunde liegende Styleguide ist von Frühjahr 2021. Prüfe vor dem Shooting den aktuellen Kategorie-Styleguide in Seller Central.

Quelle: Amazon Seller Imaging Guidelines Clothing & Accessories, Spring 2021 (Amazon-PDF, Inhalt über Sekundärzusammenfassungen erfasst)

Bewertungen und Vine 5

Fünf Rezensionen steigern die Kaufwahrscheinlichkeit um 270 Prozent, das sagt Amazon.

Die Studie gibt es, und sie ist seriös. Sie misst aber keine Amazon-Daten: Das Spiegel Research Center der Northwestern University untersuchte 2017 gemeinsam mit PowerReviews die Daten mehrerer Online-Händler. Verglichen wurde außerdem mit Produkten, die null Rezensionen hatten. Der Sprung von 0 auf 5 ist trivialerweise groß, und die Studie betont selbst, dass der Zusatznutzen danach rasch abnimmt.

Mein Ziel sind 5,0 Sterne.

Belegt ist das Gegenteil. Die Kaufwahrscheinlichkeit erreicht ihr Maximum zwischen 4,0 und 4,7 Sternen und fällt Richtung 5,0 wieder ab, weil makellose Bewertungen als manipuliert wahrgenommen werden. Die Zahl stammt aus einer Studie von 2017, die nicht auf Amazon-Daten beruht. Die Richtung ist verlässlicher als die exakten Schwellen.

Mehr Bewertungen heben mein Ranking direkt an, Produkte mit über 1.000 Bewertungen ranken 67 Prozent höher.

Solche Prozentzahlen kursieren in SEO-Blogs ohne nachvollziehbare Quelle, teils als „Amazons interne Daten“ ausgegeben, ohne dass es eine Amazon-Veröffentlichung dazu gibt. Nachvollziehbar ist nur der indirekte Weg: Bewertungen wirken auf deine Conversion Rate, und die Conversion Rate gilt als einer der Faktoren für deine Platzierung. Wie stark, dokumentiert Amazon nicht.

Quelle: keine belastbare Primärquelle auffindbar
Amazon Vine kostet 200 Euro pro ASIN.

Das verwechselt den US-Preis (200 US-Dollar) mit dem deutschen. Für amazon.de nennt Amazons Ankündigung im deutschen Seller-Forum vom 19.10.2023 eine Staffel: 0 Euro für bis zu 2 Einheiten, 70 Euro für bis zu 10 Einheiten und 170 Euro für bis zu 30 Einheiten je übergeordneter ASIN. Die Angabe ist von 2023 und steht in einem Forenbeitrag, nicht auf einer Hilfeseite. Prüf die Konditionen vor der Anmeldung selbst im Vine-Bereich.

Quelle: sellercentral.amazon.de Amazon-Ankündigung im Seller-Forum, öffentlich lesbar, Stand 19.10.2023
Ein kleines Dankeschön für eine Bewertung ist in Ordnung, solange ich nicht ausdrücklich nach fünf Sternen frage.

Anreize jeder Art verstoßen gegen Amazons Rezensionsrichtlinie: Gutscheine, Gratisprodukte, Rabatte, Garantieverlängerungen, Beilegerkarten. Die Folge kann eine dauerhafte Kontodeaktivierung sein. In Deutschland kommt hinzu: Anhang Nr. 23c zu Paragraf 3 Abs. 3 UWG stuft die Beauftragung gefälschter Bewertungen als per se unlauter ein, ohne Abwägung und ohne Spürbarkeitsschwelle.

Recht und Haftung 6

Für die GPSR reicht ein Link zur Herstellerseite oder ein verlinktes PDF.

Die Angaben müssen direkt beim Produkt stehen. Der Händlerbund formuliert es unmissverständlich: „Eine Verlinkung zu diesen Informationen ist nicht ausreichend.“ Art. 19 GPSR verlangt die Angaben klar und sichtbar im Angebot selbst, also vor der Kaufentscheidung und nicht einen Klick entfernt.

Ich bin nur Händler, die GPSR-Herstellerpflichten treffen meinen Lieferanten.

Bei Eigenmarken nicht. Nach Art. 3 Nr. 8 GPSR gilt als Hersteller, wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Handelsmarke vermarktet, unabhängig davon, wer es produziert hat. Wenn du unter deiner eigenen Marke aus Asien importierst, bist du der Hersteller, nicht der Fabrikant.

Quelle: Verordnung (EU) 2023/988 Art. 3 Nr. 8
Wenn der Hersteller eine Wirkaussage auf die Verpackung druckt, darf ich sie auch ins Listing schreiben.

Für den Inhalt deines Angebots haftest du. Bei gesundheitsbezogenen Aussagen gilt zusätzlich das Verbotsprinzip der Health-Claims-Verordnung: Erlaubt ist nur, was zugelassen ist. Dass ein Lieferant es anders handhabt, ist im Abmahnverfahren keine Verteidigung.

Quelle: Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 · haendlerbund.de
Auf dem Produkt ist ein CE-Zeichen, damit sind die Produktsicherheits-Anforderungen erfüllt.

Das CE-Zeichen ist eine Selbsterklärung des Herstellers zu den harmonisierten EU-Vorschriften. Es ersetzt weder die GPSR-Informationspflichten im Angebot noch eine Wirksamkeitsaussage.

Quelle: Verordnung (EU) 2023/988 Art. 19
Das Testergebnis ist echt, also darf ich damit werben.

Nicht ohne Fundstellenangabe. Werbung mit Testsiegeln ist nur zulässig, wenn Quelle und Fundstelle leicht auffindbar angegeben sind. Ist die Fundstelle nicht leicht erkennbar, wird das behandelt, als fehle sie ganz. Das Siegel selbst ist meist markenrechtlich geschützt und braucht eine Lizenz.

Mein Listing ist online, Amazon hat es geprüft, also ist es rechtlich in Ordnung.

Amazon prüft Katalog- und Plattformregeln: Titelformat, Bilder, Compliance-Felder. Einzelne gesetzliche Vorgaben setzt Amazon dabei technisch durch, etwa die GPSR-Angaben, die EPR-Nummern und den Grundpreis. Den größten Teil des deutschen Wettbewerbs- und Kennzeichnungsrechts prüft dort niemand für dich: Textilkennzeichnung, Health Claims, Testsiegel-Fundstellen und Umweltaussagen. Darauf schauen Mitbewerber und Wettbewerbsverbände. Dass ein Angebot online ist, sagt vor allem etwas über Amazons Regelwerk aus.

Quelle: eigene Quellenprüfung · it-recht-kanzlei.de Beispiel Grundpreis:

Alle Grenzwerte auf einen Blick

Das Nachschlagewerk. Wenn du nur eine Sache aus dieser Seite mitnimmst, dann diese Tabelle.

Feld oder RegelGrenzeBeleg
Produkttitel (alle Kategorien außer Medien) 75 Zeichen inklusive LeerzeichenGilt seit 27.07.2026. Vorher galten 200 Zeichen, eingeführt im Januar 2025. Der genaue Tag der alten Policy ist nicht belegt. Gezählt werden Zeichen, nicht Bytes: Umlaute zählen einfach. Dass die Grenze je Parent- und Child-ASIN sowie für Bundles gilt, stützt sich nur auf zwei Fachquellen und trägt dort KONSENS. Amazon
Artikel-Highlights (Item Highlights) bis zu 125 ZeichenAmazon nennt 125 Zeichen als Obergrenze, nicht als Sollwert. Sinnvoll sind kommagetrennte Attributphrasen: Material, Größe, Set-Menge, Anwendungsfall. Dass der Text unter dem Titel in Suche und Detailseite erscheint, steht nicht in der Amazon-Ankündigung, sondern nur bei ZonGuru. Die Gewichtung gegenüber dem Titel ist nicht dokumentiert. Amazon
Wortwiederholung im Titel höchstens 2x pro WortPräpositionen, Artikel und Konjunktionen sind ausgenommen. Ob Plural- und andere Wortformen mitzählen, sagt die zitierte Policy nicht. Bei 75 Zeichen ist die Grenze praktisch ohnehin erzwungen. Amazon
Verbotene Sonderzeichen im Titel ! $ ? _ { } ^ ¬ ¦Ausnahme: Bestandteil des eingetragenen Markennamens. Verboten sind das Negationszeichen ¬ und der gebrochene Balken ¦. Beide werden oft mit dem senkrechten Strich | verwechselt. Der senkrechte Strich und der Bindestrich stehen nicht auf dieser Liste. Dass auch Emojis unzulässig sind, ist verbreitete Auslegung und steht nicht in der zitierten Policy. Amazon
Prüfzeit vor automatischer Titel-Überschreibung 14 Tage für MarkeninhaberAmazon nennt die Frist ausdrücklich für Markeninhaber in der Brand Registry. Das Zitat selbst ist echt und ohne Login lesbar. Ob die Frist ohne Registry ebenso gilt, sagt Amazon nicht. Die Quellen deuten dieses Schweigen unterschiedlich. Die Deutung eines Schweigens ist kein Beleg. Verlass dich ohne Registry auf keine Frist. umstritten
Bulletpoints, Anzahl mindestens 3, höchstens 5 (Seller); Vendoren in manchen Kategorien bis 10Amazons Anforderungen vom 15.08.2024 nennen mindestens drei Bullets. Wer weniger liefert, riskiert Warnungen, automatische Eingriffe ins Listing oder die Entfernung der Bullets. Die Quellen geben Amazons Anforderungen wieder, es sind keine Amazon-Seiten. Praxis
Bulletpoints, Länge je Bullet 10 bis 255 ZeichenDer Wortlaut der Quellen lautet mehr als 10 und weniger als 255 Zeichen. An den Rändern ist das ein Unterschied. In einzelnen Kategorien liegt die Grenze niedriger, berichtet werden 150 Zeichen. Amazons öffentlicher Verkäufer-Blog empfiehlt ein Label aus ein bis zwei Wörtern plus Erklärung in höchstens 100 Zeichen. Verbindlich ist der Style Guide deiner Kategorie. Praxis
Bulletpoints, Gesamtlänge berichtet: höchstens 1.000 Zeichen oder 1.000 Bytes über alle BulletsDer Wert steht rechnerisch im Konflikt mit 5 mal 255 Zeichen, und die Quellen widersprechen sich bei der Einheit. Die Hauptquelle ist nur mit Verkäuferkonto einsehbar. In den Kapiteln kommt dieser Wert nicht vor. Praktische Konsequenz: die wichtigsten Begriffe in Bullet 1 bis 3. umstritten
Backend-Suchbegriffe (generic_keywords) strittig: 250, 249 oder 200 BytesAmazon nennt öffentlich drei verschiedene Zahlen. Im US-Verkäuferforum 250 Bytes, im europäischen Verkäuferforum 249 Bytes, in einer Antwort zum Flatfile-Fehler 97779 200 Bytes. Amazon widerspricht sich hier selbst. Gezählt werden Bytes, nicht Zeichen: ä, ö, ü und ß belegen je 2 Bytes. Was bei einer Überschreitung passiert, sagt keine dieser Quellen. Wer deutlich darunter bleibt, muss die Frage nicht klären. Praxis
Backend-Suchbegriffe, Trennzeichen und Form nur Leerzeichen als Trenner; Groß- und Kleinschreibung egal; Artikel und Präpositionen weglassenAmazon formuliert die Kleinschreibung als Erlaubnis, nicht als Pflicht. Satzzeichen sind nicht nötig und kosten nur Bytes. Die Verbotsliste (keine Markennamen, auch nicht die eigene, keine ASINs, keine Wertungen, keine befristeten Aussagen) steht im deutschen Hilfetext, der öffentlich nur über ein Forumszitat greifbar ist. Sie trägt deshalb nur KONSENS. Amazon
Anzahl Backend-Suchbegriffsfelder 1 (früher mehrere getrennte Zeilen)Amazon hat die früher getrennten Suchbegriffszeilen zu einem einzigen Feld zusammengelegt. Was beim Umstellen mit den Inhalten gewachsener Kataloge geschah, ist öffentlich nicht dokumentiert. Verkäufer berichten im Amazon-Forum, dass sie ihre alten Zeilen selbst kürzen und neu zuschneiden mussten. Alte Listings deshalb einmal exportieren und die Byte-Länge prüfen. Praxis
Produktbeschreibung keine öffentlich belegte Zeichenzahl; das Limit steht in der Vorlage deiner KategorieOb die Beschreibung ein Pflichtfeld ist, hängt an Kategorie und Vorlage und ist öffentlich nicht belegt. Belegt ist nur, dass das Feld in Seller Central erhalten bleibt und weiter gepflegt werden kann, auch wenn A+ Content darüberliegt. Der kursierende Praxiswert von 2.000 Zeichen hat keine geprüfte Quelle. Praxis
HTML in der Produktbeschreibung nicht zulässigamazon.de hat die Abschaltung nach dem 8. Juni 2021 angekündigt. Zeilen mit HTML-Tag werden entfernt oder ohne Formatierung dargestellt. Dass Fett-Tags bei einzelnen alten Listings noch wirken, ändert an der Ankündigung nichts. Amazon
Hauptbild, Hintergrund reinweiß, RGB 255, 255, 255Amazon nennt keine Toleranz. Häufigste Ursachen für Abweichungen: weiche, halbtransparente Freistellkanten und fehlende oder falsche Farbprofile beim Export. In sRGB exportieren. Amazon
Hauptbild, Produktanteil mindestens 85 % des BildrahmensDas Produkt darf vom Rahmen nicht angeschnitten werden. Kein Text, kein Logo, kein Wasserzeichen, keine Requisiten und kein Zubehör, nur das verkaufte Produkt. Auf den weiteren Galeriebildern ist Text dagegen normal. Amazon
Bildgröße 500 bis 10.000 Pixel an der längsten SeiteFür die Zoomfunktion empfiehlt Amazon mehr als 1.000 Pixel je Seite, nicht an der längsten Seite. Praxisempfehlung: 2.000 x 2.000 px, quadratisch, JPEG in sRGB. Damit liegst du bei allen kursierenden Angaben auf der sicheren Seite. Amazon
Bild-Dateiformate JPEG, TIFF, PNG, nicht animiertes GIFAnimierte GIFs sind ausgeschlossen. Die Kapitelempfehlung lautet JPEG. Dass PNG oder TIFF gegenüber JPEG keinen Vorteil bringen, steht in der Amazon-Quelle nicht. Amazon
Bilder, Anzahl 1 Bild Pflicht; Amazon empfiehlt mindestens 6 BilderEine Videoempfehlung steht auf der zitierten Amazon-Seite nicht. Wie viele Bilder die Produktseite tatsächlich ausspielt, dokumentiert Amazon öffentlich nicht. Am eigenen Livelisting nachzählen, statt sich auf eine kursierende Zahl zu verlassen. Amazon
KI-Kennzeichnung bei Bildern und Videos (Amazon) Schlüsselwort contains-synthetic-performer im XMP-Feld dc:subjectAnkündigung vom 23.07.2026, Geltungsbereich sind Amazons Stores weltweit, damit auch amazon.de. Gilt für Bilder und Videos im Listing und für A+ Content. Nur bei fotorealistischen, vollständig KI-generierten Personen. Nicht bei echten Menschen, auch nicht nach KI-Bearbeitung, nicht bei Figuren aus Filmen, Serien und Spielen, nicht bei erkennbar künstlichen Darstellungen und nicht bei Bildern ohne Personen. Die Regel ist wenige Tage alt, vor dem Hochladen den aktuellen Stand prüfen. Amazon
GPSR-Pflichtangaben im Angebot Pflicht seit 13.12.2024; die Angaben müssen im Angebot selbst stehenEine Verlinkung genügt nicht. Verlangt sind vier Angabenblöcke: Herstellerkontakt, bei Herstellern ohne EU-Niederlassung zusätzlich die verantwortliche Person in der EU, Produktidentifikation mit Abbildung sowie Warnhinweise in der Sprache des Ziellandes. Amazon deaktiviert neue Angebote ohne diese Daten nach eigener Mitteilung binnen 24 Stunden. Diese Frist trägt nur KONSENS: Die Originalmitteilung steht hinter dem Login, öffentlich ist nur die Wiedergabe vom 04.06.2025. Ob Amazon die Frist heute noch unverändert anwendet, ist nicht dokumentiert. Gesetz
Grundpreisangabe (PAngV) 1 kg, 1 l, 1 m, 1 m², 1 m³; bei Nettomenge bis 250 g bzw. 250 ml auch 100 g / 100 mlDie Grundpreispflicht gilt unabhängig von der Kategorie, und haftbar bist du. Amazon kann den Grundpreis nur berechnen, wenn Füllmenge und Maßeinheit als strukturierte Daten vorliegen. 2021 hat Amazon angekündigt, Verbrauchsgüter ohne diese Angaben aus der Suche zu nehmen. Ob und in welchen Kategorien Amazon das heute noch tut, ist öffentlich nicht dokumentiert. Gesetz
KI-Transparenzpflichten (Art. 50 KI-VO) Geltung ab 02.08.2026; Bußgeld bis 15 Mio. EUR oder 3 % des weltweiten JahresumsatzesKeine generelle Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte. Sichtbar kennzeichnen musst du nur Deepfakes, also Darstellungen, die realen Personen, Gegenständen, Orten oder Ereignissen ähneln und fälschlich als echt erscheinen können. Maßgeblich ist der Echtheitseindruck, nicht der KI-Einsatz. KI-generierte Produkttexte sind in der Unternehmenswerbung grundsätzlich nicht erfasst. Der Hinweis muss bei der ersten Wahrnehmung erkennbar sein, AGB oder Fußnoten genügen nicht. Für KMU gilt jeweils der niedrigere Betrag. Gesetz
Greenwashing-Verbot im UWG (EmpCo-Umsetzung) Regeln gelten ab 27.09.2026Die deutsche UWG-Änderung ist beschlossen und verkündet. Unzulässig werden: allgemeine Umweltaussagen ohne nachweisbar hervorragende Umweltleistung, Aussagen allein auf Basis von Kompensation, selbst entwickelte Siegel ohne unabhängige Zertifizierung und Zukunftsziele ohne überprüfbaren und überwachten Umsetzungsplan. Die Verbote stehen in der schwarzen Liste des UWG und wirken ohne Abwägung im Einzelfall. Gesetz
Textilkennzeichnung im Angebot Faserzusammensetzung in Prozent, absteigend, nur Bezeichnungen aus Anhang I; Bußgeld bis 10.000 EURDie Angabe muss vor Vertragsschluss im Online-Angebot stehen. Ein Etikett erst in der Lieferung genügt nicht. Ein Markenname wie Lycra oder die US-Bezeichnung Spandex ersetzt die offizielle Bezeichnung aus Anhang I nicht. Er darf allenfalls unmittelbar daneben stehen. Korrekt ist Elasthan. Gesetz
WEEE-Registrierung (Elektro- und Elektronikgeräte) Registrierungsnummer erforderlichRegistrierungen sind länderspezifisch. Eine deutsche Nummer gilt nicht für Frankreich oder Italien. Für Verpackungen kommt die LUCID-Nummer aus dem Verpackungsregister dazu. Seit 01.07.2022 darf ein Marktplatzbetreiber nicht registrierte Hersteller nicht mehr anbieten lassen, Amazon blockiert entsprechend. Zur Höhe möglicher Bußgelder steht auf dieser Seite bewusst keine Zahl, siehe unten. Gesetz
Batterien: Online-Informationspflichten seit 18.08.2025Verlangt sind Angaben zur Abfallvermeidung, zur getrennten Sammlung und Behandlung von Altbatterien, Sicherheitshinweise und Angaben zu den Umweltauswirkungen gefährlicher Stoffe. Neu ist, dass du die Kosten der erweiterten Herstellerverantwortung gegenüber dem Endnutzer gesondert ausweisen musst. Unter der alten Batterierichtlinie war genau das untersagt. Alte Textbausteine deshalb vollständig ersetzen, nicht nur ergänzen. Gesetz
Fake-Bewertungen per se unlauter, ohne Abwägung und ohne SpürbarkeitsschwelleAnhang Nr. 23c erfasst dem Wortlaut nach die Übermittlung oder Beauftragung gefälschter Verbraucherbewertungen. Ob eine echte, aber mit einem Gutschein angeregte Rezension darunter fällt, sagt die Norm nicht. Anreize jeder Art verbietet ohnehin Amazons Rezensionsrichtlinie, bis hin zur Kontodeaktivierung. Für Rezensionsanfragen nur Amazons Funktion Rezension anfordern nutzen. Gesetz
Amazon Vine, Gebühren amazon.de 0 EUR (bis 2 Einheiten), 70 EUR (bis 10), 170 EUR (bis 30) je übergeordneter ASINDie oft genannten 200 sind der US-Preis in US-Dollar. Beleg ist eine Amazon-Ankündigung im Seller-Forum vom 19.10.2023, keine Hilfeseite. Die Vine-Hilfeseite steht hinter dem Login. Die Gebühr fällt nur ab 3 angemeldeten Einheiten an und nur, wenn binnen 90 Tagen nach der Anmeldung die erste Rezension eingeht. Eine ASIN lässt sich nur einmal anmelden, die Stufe später nicht wechseln. Konditionen vor der Anmeldung im Vine-Bereich selbst prüfen. Praxis
Optimaler Sternschnitt 4,0 bis 4,7Richtung 5,0 fällt die Kaufwahrscheinlichkeit wieder ab, weil eine makellose Bewertung vielen Käufern unglaubwürdig erscheint. Erhoben 2017 an Daten mehrerer Online-Händler, nicht an Amazon-Daten. Die Richtung ist übertragbar, die genauen Schwellen nicht. Studie
A+ Content und Brand Registry keine Extra-Gebühr; Professional-Konto plus Brand-Representative- oder Reseller-Rolle für eine eingetragene MarkeAmazon schreibt, A+ Content sei für berechtigte Verkäufer kostenlos. Das Professional-Konto kostet trotzdem Geld. Die Reseller-Rolle berechtigt zu A+ Content, Brand Stores und Sponsored Brands, nicht zu Brand Analytics. Ihre Zuweisung kostet den Markeninhaber nichts. Der von Amazon zusätzlich genannte Weg über Generic-Listings ist strittig, ein Amazon-Mitarbeiter widerspricht ihm im Forum. Plane nicht damit. Amazon
A/B-Test (Manage Your Experiments) empfohlene Laufzeit 8 bis 10 WochenTestbar sind Bilder, Titel, Bullets, Beschreibungen und A+ Content inklusive Brand Story. Voraussetzung: Professional-Konto und Brand-Representative-Rolle für eine eingetragene Marke. Mit der Einstellung to significance lässt Amazon den Test auch früher enden. Sinnvoll auf den traffic-stärksten ASINs. Amazon
Umsatzwirkung A+ Content (Amazon-Eigenangabe) Basic bis zu 8 %, Premium bis zu 20 %Bis zu ist eine Obergrenze, kein Durchschnitt. Amazon nennt weder Stichprobe noch Zeitraum noch Kategorie. Beide Werte stehen am 30.07.2026 wörtlich auf Amazons eigener, öffentlich lesbarer Verkäuferseite. In den Kapiteln kommt die Zahl nicht vor. Amazon
Umsatzwirkung Detailseiten-Video (Amazon-Angabe) bis zu +9,7 %90 Tage, US-Daten 2022, Methodik nicht offengelegt. Quelle ist ein Thread im Seller-Central-Forum, keine Amazon-Hilfeseite, deshalb KONSENS statt AMAZON. Die ebenfalls kursierenden Werte 3,6x und 5x vergleichen Video-Zuschauer mit Nicht-Zuschauern und messen überwiegend Selbstselektion. Praxis
Abschaffung der Angebotsfeld-Eignungsprüfung Abbau der Eignungsanforderungen ab Juli 2026, schrittweise weltweit bis Ende 2026Die Auswahlkriterien bleiben laut Amazon unverändert: wettbewerbsfähiger Preis, Liefergeschwindigkeit und Leistung. Nur der vorgeschaltete Ja/Nein-Filter entfällt. Berücksichtigt zu werden garantiert das Angebotsfeld nicht. Beleg ist eine Ankündigung im Seller-Central-Forum, keine Hilfeseite, deshalb KONSENS statt AMAZON. Praxis
Zielgruppe, Sonstige Attribute, Platin-Suchbegriffe Zielgruppe und Sonstige Attribute stehen in Amazons Attributtabelle nicht als durch die Suche indexiertBetroffen sind target_audience_keywords und thesaurus_attribute_keywords. Nicht durch die Suche indexiert heißt nicht wirkungslos: Die Tabelle führt eine zweite Spalte Von Durchsuchen verwendet. Zu den Platin-Suchbegriffen gibt es keinen Amazon-Beleg, nur übereinstimmende Dienstleisterblogs. Deshalb steht hier keine Aussage über ihre Funktion, sondern nur der Rat, alle drei Felder zuletzt zu priorisieren. Die Attributtabelle ist nur nach Login erreichbar. Praxis
COSMO: Verbesserung der Relevanz-Klassifikation +60 % Macro-F1 gegenüber der besten Baseline (eingefrorene Encoder)Forschungs-Benchmark zur Relevanz-Klassifikation, keine Aussage zu Umsatz oder Ranking. Bei feinabgestimmten Encodern: +28 % Macro-F1 und +22 % Micro-F1. Beide Werte stehen am 30.07.2026 wörtlich in Amazons eigenem, öffentlichem Blogbeitrag. COSMO leitet seine Beziehungen aus Kundenverhalten ab, nicht aus deinem Listing-Text. Der praktische Rat im Kapitel beruht deshalb auf Suchverhalten und trägt dort nur KONSENS. Amazon

Was hier bewusst nicht steht

Diese Zahlen kursieren überall. Wir haben sie geprüft und wieder herausgenommen: Entweder war die Quelle nicht auffindbar, sie sagte etwas anderes als behauptet, oder sie war so alt, dass sie heute nichts mehr belegt. Der Abschnitt ist kein Eingeständnis. Er ist der Grund, warum du dem Rest der Seite glauben kannst.

„Wer das Angebotsfeld (Buy Box) verliert, verliert 50 bis 80 Prozent des Umsatzes einer ASIN. Und: 82 Prozent aller Amazon-Verkäufe laufen über die Buy Box.“
Die für die 50 bis 80 Prozent zitierte Quelle sagt etwas anderes, nämlich einen Anteil von 80 bis 83 Prozent aller Verkäufe über das Angebotsfeld. Auch für diesen Wert ist keine Amazon-Veröffentlichung auffindbar, und er bezieht sich, wenn überhaupt, nur auf ASINs mit mehreren Angeboten.
„Einzelne Ranking-Faktoren haben feste Gewichte, zum Beispiel: die Conversion Rate macht 30 Prozent aus.“
Amazon veröffentlicht keine Gewichtungen. Keine dieser Prozentzahlen lässt sich auf eine benannte Untersuchung zurückführen.
„Nur 1 bis 2 Prozent aller Bestellungen führen zu einer Rezension. Für 30 organische Rezensionen brauchst du also 1.500 bis 3.000 verkaufte Einheiten.“
Die dafür genannte Quelle enthält die Zahl nicht. Damit fällt auch die Rechnung weg, die darauf aufbaut.
„Prime-Mitglieder kaufen mit 74 Prozent Conversion, Nichtmitglieder mit 13 Prozent.“
Die Zahlen sind elf Jahre alt (2015) und hinter einer Registrierungsschranke nicht nachprüfbar. Sie messen außerdem die Auswahl der Kunden, nicht die Wirkung des Prime-Abzeichens auf deiner ASIN.
„Wer das Byte-Limit im Feld für Backend-Suchbegriffe überschreitet, dessen komplettes Feld fällt aus der Indexierung.“
Die am häufigsten dafür zitierte Quelle sagt etwas Schwächeres (das einzelne Keyword werde nicht gezählt), und eine Amazon-Aussage dazu ist öffentlich nicht nachprüfbar. Die Empfehlung, unter dem Limit zu bleiben, bleibt richtig, nur diese Begründung war nicht haltbar.
„Leerzeichen und Satzzeichen zählen nicht zur Byte-Länge der Suchbegriffe.“
Die Aussage widerspricht dem verbreitetsten Praxistipp. Sie stammt aus einer Amazon-Hilfeseite hinter dem Login, die kein Leser nachprüfen kann.
„Eine Listing-Änderung wirkt nach 72 Stunden in der Suche.“
Die Zahl stammt aus einer Amazon-Hilfeseite, die nur mit Verkäuferkonto einsehbar ist, und ließ sich nicht verifizieren. Die praktische Regel bleibt: nach jeder Änderung warten und pro Zyklus nur eine Sache ändern.
„Sieben Bilder konvertieren 35 Prozent besser, ein Video bringt bis zu 144 Prozent mehr Conversion.“
Zu beiden Zahlen fehlt jede Erhebung: kein Zeitraum, keine Stichprobe, kein Erheber.
„Für den Knopf "Rezension anfordern" gilt ein festes Zeitfenster nach der Zustellung.“
Die genannte Quelle nennt eine andere Untergrenze und einen anderen Bezugspunkt, nämlich den Verkauf statt der Zustellung.
„Je Kategorie gilt ein eigenes Titel-Zeichenlimit, etwa 80 Zeichen für Bekleidung und 60 für Handmade.“
Die Zahlen stammen aus einer einzelnen Ratgeberseite, die sich auf nicht verlinkte Amazon-Style-Guides beruft. Die Empfehlung bleibt, den Style Guide der eigenen Kategorie nachzuschlagen, die Zahlen nicht.
„Ein A/B-Test zeigt: 90 statt 150 Zeichen im Titel bringen 12 Prozent mehr CTR und 8 Prozent mehr Conversion. Dazu die Analyse von 2018 zur optimalen Titellänge.“
Der Test (Amify) kommt von einem Anbieter und nennt keine Fallzahlen, die Analyse (Skubana) ist acht Jahre alt und stammt aus der Zeit vor dem mobilen Einkaufen. Als Entscheidungsgrundlage für die heutige 75-Zeichen-Pflicht taugt beides nicht.
„Für die Conversion Rate auf Amazon gibt es Branchen-Benchmarks je Kategorie.“
Die Quellen widersprechen sich sogar in der Richtung je Kategorie und legen keine Methodik offen. Sie beziehen sich außerdem auf den US-Markt.
„Rufus hat 300 Millionen Nutzer und bringt rund 12 Milliarden US-Dollar inkrementellen Umsatz.“
Auf der angegebenen Amazon-Seite stehen diese Zahlen nicht. Eine prüfbare Fundstelle im Earnings-Call wurde nicht beigebracht.
„13,7 Prozent der Amazon-Suchanfragen laufen über den KI-Assistenten.“
Der Anteil lässt sich auf keine Amazon-Quelle und auf keine benannte Untersuchung zurückführen.
„COSMO steigert den Umsatz um 0,7 Prozent auf 10 Prozent des US-Traffics und arbeitet mit 6,3 Mio. Knoten und 29 Mio. Kanten.“
Weder in Amazons öffentlichem Blogpost noch im Abstract sind diese Zahlen auffindbar.
„Amazon hat 2024 über 275 Millionen mutmaßliche Fake-Rezensionen blockiert.“
Die einzige Belegquelle ist nicht erreichbar. Es wäre zudem eine Eigenangabe, deren Methodik nicht offengelegt ist.
„Die Rücksendebearbeitungsgebühr greift ab festen Schwellen je Kategorie.“
Alle belegbaren Werte stammen aus der US-Rate-Card, für amazon.de existiert keine verifizierte Zahl. Das deutsche Widerrufsrecht hebt die Retourenquote ohnehin strukturell über das US-Niveau.
„Amazon hat die Buy Box Ende 2025 fulfillment-neutral gemacht.“
Ein Amazon-Dokument dazu ist nicht auffindbar. Die Seiten, die es behaupten, verweisen aufeinander.
„Seit Februar 2026 teilen Vine-Varianten mit funktionalen Unterschieden keine Rezensionen mehr. Wo das Rezensions-Sharing endete, gingen die Zahlen um 30 bis 70 Prozent zurück.“
Weder das Ankündigungsdatum noch die Prozentwerte stehen in den zitierten Quellen. Ob das für amazon.de gilt, ist unbelegt.
„Pro A+ Projekt sind 5 beziehungsweise 7 Module erlaubt, und für Premium-Module gelten feste Bildmaße.“
Die zitierten Quellen enthalten diese Werte nicht oder nennen andere. Verbindlich sind die Sollmaße, die der A+ Content Manager je Modul anzeigt.
„Premium A+ ist seit Ende Mai 2026 für alle Seller mit Brand Registry freigeschaltet.“
Dahinter steht eine einzelne, mehrfach weitergereichte Fachmeldung ohne Amazon-Ankündigung, und keine Quelle sagt, ob amazon.de betroffen ist. Auf der Seite steht deshalb nur die Anweisung, das im eigenen Konto zu prüfen.
„Amazon hat den Alt-Text in A+ Content in Europa 2025 vollständig entfernt, in zwei Schritten im April und im September 2025.“
Das ist die Beobachtung einer einzelnen Agentur, von Amazon nicht bestätigt. Das Publikationsdatum des Beitrags hat sich zwischenzeitlich geändert.
„Ab dem 31. März 2026 sind Bilder der Verpackungsseiten Pflicht.“
Diese Frist ist in keiner zweiten Quelle bestätigt.
„Verkäufer ohne Brand Registry bekommen bei der Titelumstellung überhaupt kein Prüfungsfenster.“
Amazon sagt zu Nicht-Markeninhabern nichts, die Behauptung ist ein Schluss aus dem Schweigen. Die Quellen widersprechen sich zudem.
„Für GPSR-Verstöße gelten nach deutschem Durchführungsrecht Bußgelder in konkreter Höhe.“
Die dafür zitierte Quelle nennt keine Beträge.
„Es gibt 229 zugelassene gesundheitsbezogene Angaben und rund 2.000 Botanicals-Claims mit Status "on hold".“
Keine der angeführten Quellen enthält diese Zahlen. Maßgeblich ist das EU-Register selbst.
„Die Prozentzahlen der Abmahnstudie des Händlerbunds zeigen, wohin sich Abmahnungen entwickeln.“
Die Stichprobe umfasst 164 Händler, ist nicht repräsentativ und beruht auf Selbstauswahl, außerdem verkauft der Herausgeber Rechtsberatung. Als Größenordnung ist sie brauchbar, als Trendbeleg nicht.
„Eine klare Antwort darauf, ob das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz reine Marktplatzhändler trifft.“
Die Frage ist rechtlich ungeklärt, und auch die Reichweite der Ausnahme für Kleinstunternehmer bei Produkten ist nicht abschließend geprüft. Das ist kein Freibrief, sondern ein offenes Risiko und gehört in eine anwaltliche Prüfung, nicht in eine Checkliste.
„Die LMIV-Pflichtangaben für Lebensmittel im Fernabsatz (Zutatenverzeichnis, Allergene, Nährwerttabelle), die Energieverbrauchskennzeichnung und die CLP-Gefahrstoffkennzeichnung im Angebot.“
Alle drei sind für amazon.de relevante Bereiche, in denen Angebote gesperrt werden und Abmahnungen drohen. Sie wurden für diese Seite nicht recherchiert und werden deshalb auch nicht behauptet.
„Textoptimierung kann die Platzierung gar nicht beeinflussen.“
In zweistufigen Suchsystemen fließen Merkmale der Textrelevanz regelmäßig auch in die Sortierung ein. Wie stark das bei Amazon der Fall ist, ist nicht bekannt, deshalb steht auf der Seite die schwächere, haltbare Fassung.
„ZonGuru stuft die Kopplung „Artikel-Highlights erscheinen nur bei Titeln unter 75 Zeichen" ausdrücklich als berichtet, aber nicht bestätigt ein.“
Nachgeprüft: ZonGuru schreibt das Gegenteil und beruft sich für die Kopplung auf Amazons eigenen Feldhinweis. Der ganze Punkt hing an dieser Falschzuschreibung. Sein Handlungsteil, nämlich kürzen, steht ohnehin schon in Punkt 1.
„Rechnerisch ergeben 75 plus 125 wieder 200 Zeichen Textfläche, nur anders aufgeteilt.“
Die Addition stimmt, die Schlussfolgerung führt in die Irre. Titel und Artikel-Highlights sind getrennte Felder mit unterschiedlicher Anzeige. Dass beide für die Suche gleich viel wiegen, sagt keine der geprüften Quellen.
„Wer nichts tut, wird nicht gesperrt.“
Eine Beruhigung ohne Beleg. Amazons Ankündigung sagt zu Sanktionen nichts, und mehrere Fachquellen nennen zusätzlich das Risiko, dass zu lange Titel schlechter ausgespielt werden. Solche Entwarnung darf hier nicht stehen.
„Steht im KI-Titel eine falsche Maßangabe, ist das ein wettbewerbsrechtliches Risiko, und die Abmahnung geht an dich, nicht an Amazon.“
Eine juristische Aussage ohne juristische Quelle. Für eine Rechtsfolge gehört eine Fundstelle her, sonst bleibt sie eine Vermutung. Der Prüf-Tipp selbst bleibt im Kapitel, nur ohne die Rechtsbehauptung.
„Das Verhalten der Käufer entscheidet, auf welchem Platz dein Produkt landet.“
Das Kapitel sagt selbst, dass Amazon nichts zur Gewichtung veröffentlicht. Ein Satz, der eine Ursache eindeutig benennt, widerspricht dem. Er steht jetzt als 'wirkt vor allem' da, nicht als 'entscheidet'.
„Amazons Suche besteht aus mehreren Modellen, die laufend und unabhängig voneinander aktualisiert werden.“
Dass mehrere Verfahren im Spiel sind, ist durch eine Amazon-Fachveröffentlichung gedeckt. Für 'laufend und unabhängig voneinander aktualisiert' gibt es keine Quelle. Das war eine Zusatzbehauptung ohne Beleg.
„A9 war der Name der Amazon-Tochter A9.com, die die Suchinfrastruktur gebaut hat.“
Die Amazon-Pressemitteilung von 2004 belegt, dass A9.com eine Amazon-Tochter für Suchtechnologie war. Dass sie die Suchinfrastruktur von amazon.de gebaut hat, belegt sie nicht. Der Halbsatz ist raus.
„Amazon hat nie einen Algorithmus 'A10' benannt.“
Das ist die Deutung eines Schweigens und nicht beweisbar. Nachprüfbar ist nur, dass es keine Amazon-Quelle dazu gibt. So steht es jetzt da.
„Für die Anfrage 'handtuch xxl baumwolle' kommen nur Produkte in Frage, deren Katalogdaten alle diese Wörter enthalten.“
In dieser Strenge nicht haltbar. Amazon erkennt nach eigener Anleitung Singular- und Pluralformen als dasselbe Wort, und Amazon-eigene Veröffentlichungen beschreiben auch semantische Suchverfahren. Der praktische Rat, jeden Begriff einmal unterzubringen, bleibt trotzdem richtig.
„Keine Impressionen im Search-Query-Performance-Bericht bedeutet ein Indexierungsproblem.“
Der Bericht sagt nichts über deine Position in den Suchergebnissen. Null Impressionen kann genauso gut heißen, dass du zwar indexiert bist, aber zu weit hinten stehst.
„Die Indexierung ist eine Ja/Nein-Frage, die ganz in deiner Kontrolle liegt.“
Deine Felder kontrollierst du, ob Amazon daraus indexiert, nicht. Steht jetzt als 'weitgehend in deiner Kontrolle'.
„Platin-Suchbegriffe sind vollstaendig funktionslos.“
Dafuer gibt es keinen Amazon-Beleg, nur uebereinstimmende Dienstleisterblogs. Ein Dienstleisterblog traegt keine Absolutaussage ueber die Funktionsweise der Amazon-Suche.
„Zielgruppe, Sonstige Attribute und Platin-Suchbegriffe werden laut Amazon allmaehlich abgeschafft.“
Zustandsaussage ohne Datum und ohne pruefbare Quelle. Ob die Felder im Juli 2026 noch existieren, liess sich nicht oeffentlich belegen.
„Fuer COSMO klappt das nur, wenn Amazon dein Produkt einer Intent-Klasse zuordnen kann, also wenn du Anlass und Zweck in dein Listing schreibst.“
Amazon beschreibt COSMO als System, das Beziehungen aus Kundenverhalten ableitet, nicht aus Verkaeufertext. Die Bruecke vom eigenen Listing zu COSMO steht in keiner der beiden Quellen.
„Jedes Feld, das du leer laesst, kostet dich Sichtbarkeit. Mit Text laesst sich das nicht ausgleichen.“
Zu absolut. Nicht jedes empfohlene Attributfeld speist in jeder Kategorie einen Filter. Die Quelle deckt nur den Zusammenhang zwischen Attributen und Verfeinerungsoptionen ab.
„Entweder du stehst in der Liste oder gar nicht, und das wiegt schwerer als jede Ranking-Frage. Attributpflege ist die billigste Sichtbarkeitsarbeit ueberhaupt.“
Superlativ ohne Beleg und ein Vergleich, den keine Quelle stuetzt. Die pruefbare Aussage ist enger: Bei gefilterten Anfragen entscheidet das Attribut ueber die Teilnahme.
„Steck keine Arbeitszeit mehr in die Felder Zielgruppe, Sonstige Attribute und Platin-Suchbegriffe.“
Widersprach Punkt 1 desselben Kapitels und der zitierten Tabelle. Deren zweite Spalte "Von Durchsuchen verwendet?" zeigt, dass ein nicht suchindexiertes Feld trotzdem eine Funktion haben kann.
„Die Backend-Suchbegriffe sind das einzige Feld, das der Kunde nie sieht und das trotzdem indexiert wird.“
Amazon wertet weitere Attribute aus, die der Kunde auf der Produktseite nicht sieht. Das Wort einzige ist durch keine Quelle gedeckt und im Kapitel-Einstieg jetzt durch eines der wenigen ersetzt.
„Ein deutsches Keyword-Set kann schon bei 230 Zeichen über dem Limit liegen.“
Die Zahl 230 hängt an einem unterstellten Limit von rund 250 Bytes. Das Kapitel nennt selbst eine öffentliche Amazon-Angabe von 200 Bytes. Bei 200 Bytes wären 230 Zeichen auch ganz ohne Umlaute immer darüber, das kann steht dann im Widerspruch zur eigenen Beleglage. Ersetzt durch eine Rechnung, die du selbst nachzählen kannst.
„Ein Wort, das schon in einem anderen Feld indexiert ist, wird durch die Wiederholung nicht stärker.“
Das ist eine Aussage über Amazons Ranking. Amazon rät öffentlich von Wiederholungen ab, sagt aber nichts darüber, welche Wirkung eine Wiederholung hat. Der Tipp trägt auch ohne diesen Satz, weil das Byte-Budget das Argument liefert.
„Kommas und Semikolons erzeugen keinen zusätzlichen Treffer.“
Auch das ist eine Aussage über den Suchalgorithmus. Belegt ist nur, dass Amazon Satzzeichen für nicht nötig hält. Ersetzt durch das, was nachprüfbar ist: Satzzeichen kosten Bytes.
„Amazon hat die Inhalte aller fünf früheren Suchbegriffsfelder in das neue Einzelfeld gekippt.“
Die einzige angegebene Quelle stand hinter dem Login. Öffentliche Forumsberichte deuten eher in die andere Richtung: gekürzt auf die ersten Bytes, den Rest mussten Verkäufer selbst nacharbeiten. Für das Kippen aller fünf Felder gibt es keinen öffentlichen Beleg.
„Amazon korrigiert Suchanfragen sichtbar, erkennbar an Ergebnisse anzeigen für ...“
Der zitierte Oberflächentext ließ sich als amazon.de-Wortlaut nicht belegen. Für den Tipp ist der Satz auch nicht nötig, weil Amazon selbst schreibt, dass Rechtschreibfehler nicht notwendig sind.
„Obszöne Begriffe stehen auf Amazons Verbotsliste für das Suchbegriffsfeld.“
In der öffentlich auffindbaren deutschen Fassung der Vorgaben für dieses Feld steht dieser Punkt nicht. Belegt sind Markennamen, ASINs, subjektive Angaben und befristete Aussagen. Nur die sind stehen geblieben.
„Unterschreiten des Limits bleibt die einzige sichere Entscheidung.“
Zu absolut. Es ist die Entscheidung, die dich die widersprüchlichen Amazon-Angaben nicht klären lässt, mehr sagt die Quellenlage nicht her. Entsprechend abgeschwächt.
„Die verbreitete Angabe von 500 Zeichen beschreibt bestenfalls eine technische Feldlänge in manchen Vorlagen, nicht die Richtlinie.“
Keine der geprüften Quellen nennt 500 Zeichen, weder als Richtlinie noch als Feldlänge. Die Erklärung, woher die Zahl stammt, war eine Vermutung ohne Beleg.
„In Bullets sind Zahlen von eins bis neun auszuschreiben.“
Die Regel steht nur in der englischsprachigen Wiedergabe der Amazon-Anforderungen ("write numbers one to nine in full"). Ob sie unverändert für die deutschen Angebotstexte auf amazon.de gilt, ließ sich nicht belegen.
„Amazon begründet auch die Titelverkürzung ausdrücklich mit der Darstellung auf mobilen Bildschirmen.“
Der Satz sollte die 80-Zeichen-Angabe stützen, war in diesem Kapitel aber durch keine Quelle gedeckt. Ein zweiter unbelegter Satz macht eine schwache Beleglage nicht stärker.
„Ein Satz mit einer prüfbaren Angabe kann vom KI-Assistenten als Antwort wiedergegeben werden, ein Werbeadjektiv nicht.“
Amazon nennt nur die Quellen des Assistenten, nicht die Auswahlkriterien. Der zweite Halbsatz war eine Behauptung über Amazons Technik. Der Punkt steht jetzt ausdrücklich als Schlussfolgerung im Kapitel.
„Die Produktseite spielt in der Regel nur die ersten sieben Bilder aus, bei einem Video nur sechs.“
Die Zahl stammt aus einer einzigen Anbieterquelle und ist bei Amazon öffentlich nicht dokumentiert. Weil Titel und Kernsatz auf genau diesen sieben Plätzen aufbauten, sind auch sie umformuliert. Es heißt jetzt 'die weiteren Galeriebilder' statt 'Bild 2 bis 7'.
„Amazon empfiehlt mindestens sechs Bilder plus ein Video.“
Auf der zitierten Amazon-Seite steht die Empfehlung von mindestens sechs Bildern. Eine Videoempfehlung steht dort nicht. Der Zusatz ist deshalb aus Tipp und Beispiel raus.
„Investiere keine Zeit mehr in Alt-Text als SEO-Hebel, ein befüllbares Alt-Text-Feld gab es für die Galeriebilder nie.“
Der ganze Punkt hing an zwei Beiträgen desselben Anbieters, ohne Amazon-Quelle und ohne Datum. Für eine Behauptung, dass etwas nie existiert hat, ist das zu wenig. Die zitierte Amazon-Verkäuferseite erwähnt Alt-Text sogar selbst als SEO-Hinweis. Der Punkt ist ganz raus.
„Auch Rahmen müssen aus dem Hauptbild raus.“
Rahmen werden in keiner der beiden zitierten Quellen genannt, nur Text, Logos, Wasserzeichen, Requisiten und Zubehör. Das ist kein Freibrief für Rahmen, wir haben dafür nur keinen Beleg.
„Der deutsche Seller-Forum-Beitrag stammt von einem Amazon-Mitarbeiter.“
Die Urheberschaft ließ sich beim Nachlesen des Threads nicht bestätigen. Er wird jetzt neutral als Forenbeitrag geführt. Die inhaltlich tragenden Aussagen zu Weiß, 85 Prozent und Text stehen ohnehin auf einer öffentlichen Amazon-Seite.
„Schwache Kontokennzahlen lösen nach dem Wegfall der Eignungsprüfung keinen klaren Alarm mehr aus, sondern ziehen dich dauerhaft und unsichtbar nach unten.“
Das ist eine Deutung des Wegfalls und kein Amazon-Zitat. Sie steht im Widerspruch zu Amazons eigener Aussage, dass sich an der Auswahl des Angebotsfelds nichts ändert.
„Ein direkter Ranking-Bonus für Werbeausgaben ist nirgends belegt.“
Eine solche Verneinung lässt sich nicht belegen. Die im selben Punkt verlinkte Gegenposition behauptet genau diesen Effekt, der Punkt widerspräche sich damit selbst.
„Bei den Conversion-Rate-Benchmarks widersprechen sich die Angaben nach Kategorie sogar in der Richtung.“
Dafür ist nur eine einzige Quelle angegeben. Ein Widerspruch zwischen mehreren Auswertungen ist damit nicht nachweisbar.
„Ein Angebot zu 19,99 plus 3,99 Versand verliert gegen ein Prime-Angebot zu 22,99 mit kostenlosem Versand.“
In dieser Schreibweise ohne Währung liest ein deutscher Händler Euro-Preise. Die Werte stammen aus einem US-Dollar-Beispiel und stehen jetzt nur noch mit Währungsangabe im Text.
„Stabil über 4,3 liegen, und von 3,7 auf 4,3 optimieren.“
Die 4,3 stand in keiner der Quellen. Belegt ist nur die Spanne 4,0 bis 4,7 aus der Spiegel-Studie. Im Kernsatz und in Punkt 2 steht jetzt 4,0, die Untergrenze dieser Spanne.
„Gelöscht wird nichts, jede Rezension wandert zu der Kind-ASIN, für die sie geschrieben wurde.“
Amazons Ankündigung sagt dazu nichts. Sie sagt nur, dass sich Gesamtbewertung und Rezensionsanzahl der Produkte ändern können. Die Aussage stammte aus zwei Blogs und ist nicht bestätigt.
„Die vorliegenden Quellen beziehen sich auf amazon.com, ob und ab wann amazon.de betroffen ist, ist nicht belegt.“
Falsch. Amazon hat die Änderung im deutschen Seller-Forum mit denselben Daten angekündigt. Die Quelle steht jetzt bei Punkt 6.
„Eine mit einem Gutschein angeregte echte Rezension ist eine gefälschte Bewertung im Sinne von Anhang Nr. 23c UWG.“
Nr. 23c erfasst dem Wortlaut nach gefälschte Bewertungen. Ob eine echte, aber incentivierte Rezension darunter fällt, sagt die Norm nicht. Verboten bleibt der Gutschein trotzdem, nur eben nach Amazons Regel.
„Anhang Nr. 23b und Paragraf 5b Absatz 3 UWG als Belege für das Verbot von Gutscheinkarten.“
Nr. 23b betrifft die Behauptung, Bewertungen stammten von echten Käufern, ohne dass das geprüft wurde. Paragraf 5b Absatz 3 richtet sich an den, der Bewertungen zugänglich macht, also an die Plattform. Beides trägt den Punkt nicht und wurde im Text auch nie erklärt.
„Zwei Ein-Stern-Bewertungen bei fünf Rezensionen ruinieren eine ASIN.“
"Ruinieren" ist eine Wertung ohne Beleg. Nachgerechnet ergibt der Fall einen Schnitt von 3,4. Diese Zahl steht jetzt da, der Leser kann sie prüfen.
„Beim Rebranding eines Generic-Listings verlierst du Rezensionen und Historie.“
Keine der beiden angegebenen Quellen sagt das. Belegt ist nur, dass ein Generic-Listing nicht auf eine Marke umgestellt werden kann und du neue Listings anlegen musst. Was dabei mit Rezensionen passiert, steht dort nicht.
„Amazon lehnt Module zunehmend ab, wenn zentrale Produktinformationen nur im Bild stehen.“
Für die behauptete Entwicklung gibt es keinen Beleg. Amazons Designleitfaden rät von Text im Bild ab, dokumentiert aber keine verschärfte Ablehnungspraxis.
„Screenreader lesen Bildtext nicht, und Amazon kann ihn für andere Marktplätze nicht übersetzen.“
Steht in der geprüften Amazon-Quelle nicht. Sie begründet den Verzicht auf Text im Bild allein mit der Lesbarkeit auf kleinen Bildschirmen.
„In A+ Content sind Signalwörter wie 'free', 'bonus', 'buy now', 'new' und 'on sale now' sowie Zeitbezüge allgemein verboten.“
Diese Wortliste steht in den A+ Richtlinien von Kindle Direct Publishing, die laut eigener Angabe nur für Bücher gelten. Für Seller belegt der öffentliche Amazon-Designleitfaden Preise, Aktionen, Versandangaben, Links und Kontaktdaten, aber nicht diese Wortliste.
„Dass Fett-Tags bei manchen Listings noch wirken, ist geduldeter Altbestand, auch wenn Ratgeber es bis heute anders empfehlen.“
Beides ist unbelegt. Weder gibt es eine Quelle für eine Duldung noch für die Behauptung über den heutigen Stand der Ratgeberliteratur.
„Amazon behält sich ausdrücklich vor, nicht alle Inhalte der Produktbeschreibung für die Suche zu verwenden.“
Der Satz stützt sich auf einen Seller-Central-Artikel, der nur nach Login erreichbar ist. Auf einer öffentlichen Seite kann der Leser das nicht nachprüfen, deshalb raus.
„Die Produktbeschreibung ist bei Amazon ein Pflichtfeld beziehungsweise ein erforderliches Katalogattribut.“
Beleg war nur ein login-pflichtiger Hilfeartikel. Ob die Beschreibung Pflicht ist, hängt zudem an Kategorie und Vorlage. Belegt ist öffentlich nur, dass das Feld erhalten bleibt und weiter gepflegt werden kann.
„A+ Content ist ein Instrument für KI-Lesbarkeit.“
Dafür gibt es im Kapitel keine Quelle. Ohne Beleg bleibt nur die Aussage, dass A+ die Darstellung der Detailseite betrifft.
„Fehlen Füllmenge und Maßeinheit, blendet Amazon das Angebot in diesen Kategorien aus der Suche aus: Baby, Lebensmittel und Getränke, Drogerie und Körperpflege, Beauty, Haustiere, Wein und Reinigungsmittel.“
Die Liste stammt aus einer Amazon-Ankündigung von 2021 und ließ sich für 2026 nicht bestätigen. Aus einer fünf Jahre alten Liste eine Handlungsanweisung abzuleiten wäre riskant, weil ein Leser umgekehrt schließen könnte, seine Kategorie sei nicht betroffen. Die Grundpreispflicht selbst bleibt im Kapitel und gilt unabhängig von der Kategorie.
„Wird ein neues Angebot wegen fehlender GPSR-Daten deaktiviert, kostet dich der Neustart Ranking-Historie.“
Für diesen Zusammenhang gibt es keine belastbare Quelle. Amazon veröffentlicht nicht, wie sich eine Deaktivierung kurz nach Anlage auf die Ranking-Historie einer ASIN auswirkt. Die Deaktivierung selbst ist belegt, die Folge für das Ranking ist Spekulation.
„In der Oberfläche von Seller Central greift die Längenprüfung schon beim Tippen. Über Flatfile, API und Drittanbietertools greift sie nicht. Deshalb entstehen die stillen Backend-Defekte fast nur bei Sellern, die im Batch arbeiten, und niemand meldet sie dir.“
Amazon hat für Flatfile-Uploads einen eigenen Fehlercode für zu lange Suchbegriffe (97779, „Please reduce your generic keyword length“). Damit ist die Kernbegründung des Punktes widerlegt, und der Beleg dafür war nur „Praktiker-Konsens, kein Einzelbeleg“. Der zugehörige Tipp zum automatischen Byte-Check ist mit dem Punkt entfallen.
„Mehrere Änderungen 2026 sind nur für amazon.com belegt, etwa das Ende des Rezensions-Sharings zwischen Varianten.“
Amazon hat die Änderung am variantenübergreifenden Teilen von Rezensionen (ab 12.02.2026, Rollout bis 31.05.2026) im deutschen Seller Central angekündigt. Sie gilt also auch für amazon.de. Das Beispiel belegte das Gegenteil dessen, wofür es angeführt wurde.
„In Seller Central sieht bei allen vieren alles grün aus.“
Widerspruch im Kapitel: Punkt 1 schickt den Leser genau in eine Seller-Central-Ansicht, die suchunterdrückte Angebote auflistet. Diese Fehler sind dort also sichtbar, nur eben nicht als Warnung.
„Fast der gesamte organische Traffic kommt über die Suchleiste.“
Die kursierenden Erhebungen liegen bei rund drei Vierteln der Käufer, nicht bei „fast allen“, und sie messen Käuferverhalten, nicht Traffic-Anteile. Auf „ein Großteil“ zurückgenommen.
„Der ASIN-Test ist die einzige Prüfung, die eindeutig Ja oder Nein sagt.“
Auch Index-Checker-Tools liefern eine Ja-oder-Nein-Antwort. Die Alleinstellung war bei Belegstufe KONSENS ohne Einzelbeleg nicht zu halten.
„A+ Content Bilder“
Die einzige Quelle war die KDP-Hilfeseite. Kapitel 9 hat geprüft, dass diese Seite laut eigener Angabe nur für KDP-Bücher gilt und nicht für Seller. Alles, was nur die KDP-Fassung hergibt, ist im Korrekturdurchgang gestrichen worden. Dazu kommt: Die Streichliste hält fest, dass feste Bildmaße für A+ Module nicht belegt sind und allein die Sollmaße im A+ Content Manager verbindlich sind. Die Angabe Alt-Text ist Pflicht widerspricht außerdem der Behandlung des Alt-Texts in Kapitel 6, wo der ganze Punkt mangels Beleg gestrichen wurde.
„Bei Verstößen gegen die WEEE-Registrierungspflicht drohen Bußgelder bis 100.000 Euro.“
Die Zahl kursiert breit, unsere Quelle belegt aber nur die Registrierungspflicht selbst und nicht den Bußgeldrahmen. Eine Bußgeldhöhe ohne Fundstelle kann ein Händler nicht nachschlagen, deshalb nennen wir keine.
„Alt-Text bei Produktbildern ist kein SEO-Hebel, weil es für die Galeriebilder nie ein Alt-Text-Feld gab, das Verkäufer befüllen konnten, und weil Amazon den Alt-Text 2025/2026 in A+ Content und Brand Story auf automatisch generierte Beschreibungen umgestellt hat.“
Beide tragenden Aussagen hängen an Beiträgen desselben Dienstleisters, ohne Amazon-Quelle und ohne Datum. Für die Behauptung, dass ein Feld nie existiert hat, ist das zu wenig, und Amazons eigene Verkäuferseite erwähnt Alt-Text sogar selbst als SEO-Hinweis. Die behauptete Abschaltung in Europa ist die Beobachtung einer einzelnen Agentur, von Amazon nicht bestätigt. Ohne diese beiden Aussagen bleibt von der Richtigstellung nichts übrig, deshalb steht sie hier und nicht bei den Mythen. Was trotzdem gilt: Umsatzversprechen wie „doppelter Umsatz durch Alt-Text“ sind in keiner Quelle mit Daten belegt. Wer dir so etwas verkauft, sollte die Erhebung dazu vorlegen können.

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