Übersetzen oder lokalisieren: der Unterschied
| Übersetztes Listing | Lokalisiertes Listing | |
|---|---|---|
| Ausgangspunkt | dein deutscher Text | die Suchbegriffe im Zielland |
| Haupt-Keyword | wörtlich übertragen | neu recherchiert, oft ein anderes Wort |
| Bulletpoints | gleiche Reihenfolge wie in Deutschland | nach den Kaufgründen im Land sortiert |
| Versteckte Suchbegriffe | übersetzte deutsche Begriffe | lokale Synonyme, in Bytes gezählt |
| Texte in den Bildern | oft noch deutsch | in der Landessprache |
| Ergebnis | korrekt, aber oft ohne die gesuchten Begriffe | wird für die Begriffe gefunden, die Käufer dort eintippen |
Amazon nennt dazu selbst ein Beispiel: Was Käufer in den USA „cookies“ nennen, heißt in Großbritannien „biscuits“. Gleiche Sprache, anderes Suchwort. Zwischen Deutsch und Französisch ist der Abstand noch größer. Ein Haupt-Keyword ist dort oft nicht nur ein anderes Wort, sondern ein anderes Konzept.
Was Amazon selbst übersetzt
Amazon verlangt, dass Produktseiten in der Sprache des jeweiligen Marktplatzes vorliegen. Mit dem Werkzeug Build International Listings legt Amazon Angebote aus deinem Hauptmarkt in weiteren Ländern an und versucht dabei, die Produktseiten maschinell zu übersetzen. Für den Start spart das Arbeit. Amazon schreibt aber selbst, dass maschinell übersetzte Listings die passenden Suchbegriffe verfehlen oder schwer lesbar sein können, und rät, die Suchbegriffe im Zielland eigens zu recherchieren.
Wie oft im Ausland nur die Maschine spricht, zeigt das echte Händlerkonto aus den Kennzahlen oben. Gezählt sind Produkte, die in Deutschland kaufbar sind und im jeweiligen Land nur Amazons Maschinenübersetzung tragen:
| Marktplatz | Produkte ohne eigenen Text |
|---|---|
| Schweden | 2.225 |
| Niederlande | 2.176 |
| Polen | 2.120 |
| Italien | 1.683 |
| Frankreich | 1.071 |
| Spanien | 63 |
Insgesamt liefen in diesem Konto 19.381 Angebote im Ausland nur mit Maschinenübersetzung. Die Zahlen sind ein Beispiel aus einem Konto, kein Durchschnitt. Sie zeigen aber, wo die Arbeit liegt: nicht im Anlegen der Angebote, sondern in den Texten.
Die Amazon-Marktplätze in Europa
| Marktplatz | Sprache |
|---|---|
| amazon.de | Deutsch |
| amazon.fr | Französisch |
| amazon.it | Italienisch |
| amazon.es | Spanisch |
| amazon.nl | Niederländisch |
| amazon.com.be | Französisch und Niederländisch |
| amazon.pl | Polnisch |
| amazon.se | Schwedisch |
| amazon.co.uk | Englisch |
| amazon.ie | Englisch |
| amazon.com.tr | Türkisch |
Jeder Marktplatz hat eigene Suchgewohnheiten und teils eigene Pflichten. Warnhinweise und Anleitungen brauchst du in der Landessprache, und manche Registrierungen gelten nur im jeweiligen Land: Eine deutsche WEEE-Nummer für Elektrogeräte gilt in Frankreich oder Italien nicht. Wann sich ein Land lohnt und wie die Logistik läuft, steht in der Lektion International expandieren.
In sechs Schritten zum Listing für ein anderes Land
- 1. Keywords im Zielland neu recherchieren. Suchvorschläge auf amazon.fr oder amazon.it, Titel der lokalen Seite-1-Produkte, Suchvolumen für genau diesen Marktplatz. Nicht übersetzen.
- 2. Den Titel mit dem lokalen Haupt-Keyword bauen. Gleiche Formel, gleiche 75 Zeichen, aber das Wort, das Käufer dort tippen. Wie die Formel aussieht: Amazon Titel optimieren.
- 3. Bulletpoints nach lokalen Kaufgründen ordnen. Lies Rezensionen im Zielland. Ein Siegel, das in Deutschland zieht, kennt dort vielleicht niemand.
- 4. Versteckte Suchbegriffe lokal füllen. Lokale Synonyme statt übersetzter deutscher Begriffe, und die Bytes neu zählen.
- 5. Texte in den Bildern übersetzen. Deutsche Wörter auf Infografiken sind im Ausland ein sichtbares „nicht für mich“. Das Produktfoto selbst bleibt gleich.
- 6. Pflichtangaben je Land prüfen. Warnhinweise und Anleitung in der Landessprache, Registrierungen für Verpackung und Elektrogeräte je Land.
Danach ein Test ohne Sprachkenntnis: Übersetz den fertigen Text mit einem zweiten Werkzeug zurück ins Deutsche, dann fällt Unsinn sofort auf. Und tipp dein lokales Haupt-Keyword auf dem Zielmarktplatz ein. Erscheinen Produkte wie deins, trägt das Keyword. Erscheint etwas ganz anderes, ist es das falsche. Die Tiefe dazu, mit Übersetzungswegen und Qualitätskontrolle, steht in der Lektion International übersetzen.
Die Byte-Falle bei Akzenten
Die versteckten Suchbegriffe zählt Amazon auf jedem Marktplatz in Bytes, und die 249-Byte-Grenze gilt überall. Buchstaben mit Akzent oder Sonderform kosten 2 Bytes: é, è, à, ç, ñ, ł, ę, å, ö. Der Titel zählt dagegen Zeichen, dort kostet ein é eins von 75.
| Begriff | Zeichen | Bytes |
|---|---|---|
| botella térmica (Spanien) | 15 | 16 |
| bidon na wodę (Polen) | 13 | 14 |
| théière (Frankreich) | 7 | 9 |
| gourde isotherme (Frankreich) | 16 | 16 |
Einzeln wirkt das harmlos. Wer aber ein deutsches Backend Wort für Wort überträgt und es danach wieder bis an die Grenze auffüllt, landet schnell darüber. Zähl in Bytes, nicht in Zeichen, und bleib mit Abstand unter 249. Wie du das Feld füllst, steht unter Amazon Keywords finden.
So schreibt Listimo Listings für andere Marktplätze
Bei Listimo wählst du den Marktplatz vor dem Start. Texte, Suchbegriffe und die Wörter in den Bildern entstehen direkt in der Zielsprache, für diesen Markt geschrieben und nicht aus einem deutschen Text übersetzt. Für Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande und Großbritannien nutzt Listimo gemessene Suchbegriffe des jeweiligen Landes, dazu für amazon.com. Auf den übrigen Marktplätzen arbeitet die KI mit deinen Produktangaben und den allgemeinen Amazon-Regeln.
So sieht derselbe Titel auf fünf Marktplätzen aus:
- amazon.de: NOVARA Trinkflasche Edelstahl Vakuum-Isolierung | 750 ml
- amazon.fr: NOVARA Gourde en Inox Isotherme sous Vide | 750 ml
- amazon.it: NOVARA Borraccia in Acciaio Inox Termica Sottovuoto | 750 ml
- amazon.es: NOVARA Botella de Acero Inoxidable con Aislamiento | 750 ml
- amazon.nl: NOVARA RVS Drinkfles Vacuüm Geïsoleerd | 750 ml
Ein Listing, das du direkt für amazon.fr erstellst, kostet dasselbe wie eins für amazon.de: alle Texte 66 Credits, komplett mit 7 Bildern 206 Credits. Kein Übersetzungsbüro, kein Aufpreis für die Sprache. Ein fertiges Listing überträgst du später mit einem Klick auf weitere Länder. Fotos und Angaben bleiben erhalten, nur die Texte entstehen neu.
Für Händler mit Sortiment kommt die direkte Anbindung ans Verkäuferkonto dazu, derzeit im Frühzugang. Listimo zeigt dann, wo im Ausland nur Maschinenübersetzung steht, und legt fehlende Angebote in bis zu 9 weiteren europäischen Ländern mit Landestext und einem Preisvorschlag an, den du bestätigst.
Ob dein bestehendes Listing in einem Land gut aufgestellt ist, zeigt der Listing-Check: Er prüft auf allen 12 Marktplätzen in der jeweiligen Landessprache. Neue Landes-Listings erstellst du im Amazon Listing Generator. Was ein komplettes Listing bei Agentur, Freelancer und Listimo kostet, steht unter Amazon Listing erstellen lassen.
Häufige Fragen
Übersetzt Amazon mein Listing automatisch?
Teilweise. Mit Build International Listings legt Amazon Angebote in weiteren Ländern an und versucht, die Produktseiten maschinell zu übersetzen. Ob die übersetzten Wörter die Suchbegriffe des Landes treffen, prüft dabei niemand.
Reicht eine maschinelle Übersetzung für amazon.fr oder amazon.it?
Für den Start ist sie besser als ein fehlendes Angebot. Sie überträgt aber deine deutschen Wörter, nicht die Begriffe, die Käufer im Land eintippen. Amazon schreibt selbst, dass schlecht übersetzte Listings die passenden Suchbegriffe verfehlen und schlechter verkaufen können.
Muss ich für jedes Land neue Produktbilder machen?
Nein. Das Produktfoto bleibt gleich. Übersetzen musst du nur die Texte in den Bildern, etwa auf Infografiken und Maßbildern. Bei Listimo entstehen auch die Bildtexte in der Landessprache.
Was kostet es, ein Amazon Listing übersetzen zu lassen?
Fachübersetzer mit Amazon-Erfahrung rechnen je Listing und Markt ab, die Preise gehen weit auseinander. Bei Listimo kostet ein Listing für einen anderen Marktplatz dasselbe wie für amazon.de: alle Texte 66 Credits, ohne Aufpreis für die Sprache.
Gilt die 75-Zeichen-Grenze für Titel auch in Frankreich, Italien und Spanien?
Ja, sie gilt auch auf den europäischen Marktplätzen. Im Titel zählen Zeichen, ein é ist ein Zeichen. In den versteckten Suchbegriffen zählen Bytes, dort kostet ein é zwei.
Quellen
Stand der Amazon-Angaben: 14. Oktober 2026. Kontozahlen: echtes Händlerkonto nach dem ersten Abgleich in Listimo, Stand 27.09.2026, ohne Namen und Marke.